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Schafberg: "Fit für 300 Stockwerke?"

Den Abstieg nicht unterschätzen - darauf soll die Präventionsaktion "Fit für 300 Stockwerke?" auf dem Schafberg aufmerksam machen. Mit dabei für die Bergrettung war Siegfried Gadocha, Ortsstellenleiter von St. Wolfgang.

v.l.n.r.: Dr. Othmar Thann (KFV), Bürgermeister Franz Eisel, Mario Mischelin (Salzburg AG Tourismus), Siegfried Gadocha (Bergrettung St. Wolfgang). Bildnachweis: © KFV/ Franz Neumayr

v.l.n.r.: Siegfried Gadocha (Bergrettung St. Wolfgang), Bürgermeister Franz Eisel, Dr. Othmar Thann (KFV), Mario Mischelin (Salzburg AG Tourismus), Dr. Johanna Trauner-Karner (KFV). Bildnachweis: © KFV/ Franz Neumayr

Was macht ein Türstock mit Stufen auf rund 1.730 Metern Seehöhe über St. Wolfgang seit Donnerstag früh? Eine neue bewusstseinsbildende Aktion soll Wanderer, die sich von der Bergstation der SchafbergBahn auf den Weg ins Tal machen, an die Bedeutung der richtigen Tourenplanung erinnern.

Wandern liegt im Trend. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben zahlreiche Menschen ihre Liebe zu Outdoor-Aktivitäten (wieder)entdeckt und suchen Erholung und Ausgleich in den Bergen. So auch am Schafberg – umgeben von einer großartigen Seenlandschaft gilt er als einer der schönsten Berge des Salzkammergutes. Besucher nutzen gerne die historische Zahnradbahn, um zum Gipfel zu gelangen. Wanderer, die den Rückweg ins Tal zu Fuß antreten, passieren auf ihrem Weg ab sofort einen hölzernen Türstock mit Stufen, der darauf hinweist, dass es umgerechnet noch rund 300 Stockwerke bis ins Tal sind – und daran erinnert, den Abstieg nicht zu unterschätzen.

Gut gerüstet für den Abstieg?
Doch der Wanderboom hat auch Schattenseiten: Immer wieder stoßen Menschen in den Bergen an ihre in Leistungsgrenzen. „Rund 10.000 Personen verletzen sich jährlich beim Wandern und Bergsteigen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten, für 90 Prozent aller Wanderunfälle sind Stürze ursächlich. Neben der Bodenbeschaffenheit sind es hier vor allem vermeidbare Ursachen wie Unachtsamkeit und Konzentrationsmängel, die zu Unfällen führen“, so Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Eine Erkenntnis, die die Praxiserfahrungen der Bergrettung bestätigen: „Erschöpfung zählt mit zu den Hauptgründen für unsere Einsätze – oft eine Kombination aus mangelnder Selbsteinschätzung und einer zu anspruchsvollen Routenführung. Eine sorgfältige Routenplanung ist daher das Um und Auf, um solche Unfälle zu vermeiden“, berichtet Siegfried Gadocha, Ortsstellenleiter der Bergrettung St. Wolfgang. Vor jeder Bergtour sollten daher die körperliche Verfassung und Bergerfahrung aller Teilnehmer realistisch eingeschätzt und darauf basierend der Schwierigkeitsgrad der Route und Länge der Tour bestimmt werden. Eine gute Tourenplanung richtet sich nach dem schwächsten Mitglied der Gruppe, berücksichtigt die Wettervorehrsage und beinhaltet auch ausreichend Zeit für Pausen.

Unfallprävention als Teil eines umfassenden Sicherheitskonzeptes 
Bei all unseren touristischen Attraktionen steht das Wohlbefinden unserer Gäste an erster Stelle. Neben strengen Hygienevorschriften und Covid-19 Sicherheitsmaßnahmen ist für uns auch umfassende Information zur Unfallprävention am Berg von großer Bedeutung“, sagt Daniela Kinz, Co-Geschäftsführerin der Salzburg AG Tourismus. „Mit der gemeinsamen Aktion wollen wir einen wichtigen Impuls für mehr Sicherheit am Berg setzen, sodass all unsere Gäste wohlbehalten wieder im Tal ankommen. Der nur wenige Meter unterhalb der Bergstation gewählte Aufstellort des Türstocks weist auf die Möglichkeit der sicheren Abfahrt mit der SchafbergBahn hin“, erläutert Mario Mischelin, Co-Geschäftsführer der Salzburg AG Tourismus die Hintergründe der Aktion.

 

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