Zwei Wanderer am Gruberhorn in Bergnot – in der Nacht geborgen

15.02.26 Einsätze

Sie trauten sich bei schlechtem Wetter und Neuschnee den Abstieg nicht mehr zu.

Der 25-jährige Mann und die 31-jährige Frau starteten am Samstag, 14. Februar, gegen Mittag von Lämmerbach in Hintersee (Flachgau) aus zu ihrer Tour in der Osterhorngruppe. Sie wanderten auf den Regenspitz (1.675 Meter Seehöhe) und stiegen anschließend auf das Gruberhorn (1.732 Meter Seehöhe) auf. 
Beim Abstieg über die Ostflanke in Richtung Gennersattel setzten sie rund 30 Meter unterhalb des Gipfels des Gruberhorns bei Dunkelheit und Schneetreiben um 19 Uhr einen Notruf ab. Wegen der Schneelage – es lag dort 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee-, und der schlechten Sicht trauten sich die beiden nicht mehr weiter. Sie befanden sich auf einem Steig, der durch felsiges Steilgelände führt, und warteten dort, in Rettungsdecken gewickelt, auf die Einsatzkräfte. 
 
Unverletzt, aber leicht unterkühlt
 
Eine Bergung mit Hubschrauberunterstützung war wegen des schlechten Wetters in der Nacht nicht möglich. Die Bergrettungsortsstelle Salzburg wurde alarmiert und rückte kurz nach 19 Uhr aus. Zusätzlich wurden noch zur Unterstützung die Ortsstellen Hallein und Grödig alarmiert. Rund 20 Bergrettungskräfte gingen bei widrigen Bedingungen in den Einsatz. 
Bergretter der Ortsstelle Salzburg trafen um zirka 21.50 Uhr bei den in Bergnot geratenen Wanderern ein. „Sie waren unverletzt, aber leicht unterkühlt“, schildern Einsatzleiter Horst Reiter und der Leiter der Ortsstelle Salzburg, Jens Reindl. Nach der Erstversorgung für den Wärmeerhalt wurde mit dem Abstieg zu Fuß begonnen, der aufgrund des Neuschnees, des Schneefalls und der Dunkelheit sehr herausfordernd war. „Es hat geschneit, die Sicht betrug nur ein paar Meter“, schildert der Ortsstellenleiter. 
 
Beim Abstieg am Seil gesichert
 
Bergretter führten die Wanderer – das erste Steilstück am Seil gesichert – talwärts in Richtung Genneralm, wo sich die Diensthütte der Bergrettungsortsstelle Salzburg auf rund 1.270 Meter Seehöhe befindet. Nach dem Steilstück und den Abstieg durch die Gruberscharte konnten die beiden mit einem Quad der Ortsstelle Grödig zur Diensthütte auf die Genneralm transportiert werden. Dort wurden die beiden mit warmer Kleidung und warmen Getränken versorgt und anschließend ins Tal nach Lämmerbach gebracht. Unterhalb der Schottergrube konnten sie mit dem Einsatzfahrzeug der Ortsstelle Salzburg über den Forstweg nach Lämmerbach gefahren werden, wo ihr Auto geparkt war. Von dort machten sie sich selbstständig auf den Heimweg. Ortsstellenleiter Jens Reindl bedankt sich beim gesamten Team für den sehr engagierten und erfolgreichen Einsatz.  
 
Tour offensichtlich unterschätzt
 
Die Wanderer aus Deutschland und Österreich waren zwar gut ausgerüstet, haben die Tour aber offensichtlich unterschätzt. Der Schlechtwettereinbruch, der (Neu-)Schnee und die Dunkelheit erschwerten die Bedingungen. Die Bergrettung appelliert, vor jeder Tour eine gründliche Tourenplanung vorzunehmen und dabei auch die Wetterprognose zu beachten. 
 
Fotos: Bergrettung Salzburg