Zahlreiche Lawinenabgänge mit Verschütteten

18.02.26 Einsätze

Am Filzmooshörndl (2189 m, Großarltal) lösten Skitourengeher am Mittwoch gegen Mittag eine Lawine aus. Ein Tourengeher wurde komplett verschüttet.

„Kurz vor Mittag ging im Bereich des Filzmooshörndl eine Lawine auf fast 2000m Höhe ab. Drei Skitourengeher aus Salzburg hatten diese bei ihrer Abfahrt ausgelöst. Dabei wurde ein Tourengeher komplett verschüttet: „Die Begleiter suchten mittels LVS-Geräten nach dem Mann und konnten ihn lokalisieren. Während der Suche nach dem Verschütteten löste sich ein weiteres Schneebrett, „doch der Auslöser konnte gerade noch ausweichen. Die Begleiter gruben den verschütteten Mann bis zum Kopf frei“, schildert der Ortsstellenleiter von Großarl, Hannes Saugspier.

35 Bergretter aus Großarl und Hüttschlag wurden zum Einsatzbereich, einem Nordost-Hang, alarmiert, dazu Alpinpolizei und Rettungshubschrauber Martin 1. „Der 70-jährige Tourengeher war 30-40 cm tief und stehend verschüttet („Geländefalle“ Grabenbereich) und zuerst nicht ansprechbar“, sagt Einsatzleiter Hannes Prommegger, der durch das Polizeihubschrauberteam zur Unfallstelle gebracht wurde. „Der Verschüttete wurde von den Einsatzkräften in Folge ausgegraben und von einem Notarzt erstversorgt.“ Das Rettungshubschrauber-Team flog ihn ins Klinikum Schwarzach. Die Skitourengeher waren gut ausgerüstet und erfahren.

Zahlreiche weitere Lawinenabgänge

Mittwoch sind in Saalbach, Obertauern, Dienten und Zederhaus weitere Lawinen von Wintersportlern ausgelöst worden, zum Glück wurde dabei niemand verletzt. In Saalbach ist ein Variantenfahrer aus England im freien Gelände von einem Schneebrett in der Nähe der Bergstation des „Schattberg Sprinter“ erfasst worden. Er wurde gegen eine Lawinenverbauung gedrückt und bis zur Hüfte verschüttet. Seine beiden Begleiter, ebenfalls Variantenfahrer aus England, konnten den Mann rasch ausgraben. Er blieb offenbar unverletzt, die Gruppe setzte die Abfahrt fort. Ein einheimischer Augenzeuge meldete per Notruf den Lawinenabgang. Die Bergrettungskräfte mussten nicht mehr ausrücken. Gegen Mittag kam es erneut zu einem Lawinenabgang, diesmal abseits des Skigebietes der Skischaukel Saalbach-Leogang. „Eine Frau hat von der Skipiste aus den Abgang beobachtet, aber nicht genau gesehen, ob jemand in den Hang gefahren ist oder nicht“, schildert der Ortsstellenleiter der Bergrettung Saalbach, Joachim Mitterer, die Situation. Er konnte sich vom Notarzthubschrauber Martin 6 aus selbst ein Bild von der Lage machen. Nach nochmaliger Rücksprache mit der Melderin wurde der Einsatz beendet. Es stellte sich heraus, dass keine Person von der Lawine erfasst wurde. 

Danke an alle Melder von Negativlawinen

In Bad Hofgastein im Bereich Jungeralm im Angertal haben Freerider in der Nähe der Jungeralmbahn abseits der Skipisten im freien Gelände eine Lawine ausgelöst, als sie einen Hang querten. Sie blieben von dem Schneebrett verschont und informierten sogleich die Einsatzkräfte. „So wissen wir im Fall von Nachmeldungen, dass nichts passiert ist“, bedankt sich der Einsatzleiter der Bergrettung Bad Hofgastein, Roman Brandstetter, für die rasche Information. Die Anrisskante des Schneebrettes war 75 Zentimeter hoch.

 Für die Bergrettungshundestaffel waren die teilweise gleichzeitig abzuarbeitenden Lawineneinsätze ebenso fordernd: „Wir haben fünf Teams zuerst in Saalbach und dann in Großarl in den Einsatz geschickt“, so der Einsatzleiter für die Hundestaffel, Stefan Aigner, „auch am Ahornstein (Nordosthang, Dienten) und am Bründlingkopf gingen heute Schneebretter ab. Der fast einen halben Meter hohe Neuschnee ist teilweise mit viel Wind gefallen.“

Appell: Zurückhaltung im freien Gelände

Derzeit ist die Situation abseits der Pisten heikel und teilweise nicht einfach beurteilbar. In Hängen aller Expositionen können mittelgroße Schneebrettlawinen leicht von einzelnen Personen ausgelöst werden. Insbesondere an Nordwest über Nord bis Osthängen oberhalb von 1800 m, können diese bis in tiefe Schichten durchreißen und auch groß werden. „Wir appellieren zu einer sehr defensiven Routenwahl, da auch typische Gefahrenstellen schwer erkennbar sind“, so der Pongauer Bezirksleiter, Gerhard Kremser.