Nachteinsatz: Zwei Bergsteiger am Hohen Sonnblick verstiegen

05.09.26 Einsätze

Mangelnde Tourenplanung stellt die Bergretter vor große Herausforderungen.

Am Freitag, 4. September, gegen 20.30 Uhr erreichte die Einsatzleiter der Bergrettung Rauris heuer zum wiederholten Mal ein Notruf vom Hohen Sonnblick. Dieses Mal hatten sich zwei deutsche Staatsbürger im Alter von 26 und 42 Jahren kurz vor dem Gipfel des Hohen Sonnblicks (3.106 Meter Seehöhe, Goldberggruppe, Hohe Tauern) verstiegen und kamen mangels adäquater Gletscherausrüstung nicht mehr weiter.
 
Bergretter brachten sie noch in der gleichen Nacht sicher auf den Gipfel zum Zittelhaus. Die Beiden waren erst um 9.00 Uhr vom Wallackhaus zur Überschreitung über den Klagenfurter Jubiläumsweg zum Sonnblick gestartet und hatten sich, was Wegbeschreibung und Wegdauer betrifft, auf eine Orientierungs-App verlassen.
 
Tags zuvor erreichte ein weiterer Notruf die Bergrettung. Eine Familie, die von Heiligenblut aufgestiegen war, hatte sich nicht zu Hause gemeldet. Die Angehörigen alarmierten daraufhin gegen 23.00 Uhr ebenfalls die Bergrettung. Diese konnte in den Nachtstunden klären, dass die Familie wohlbehalten am Zittelhaus angekommen war.
 
Wenige Tage zuvor waren die Retter mit weiteren Personen konfrontiert, die zwar den Aufstieg auf den Hohen Sonnblick über den Ostgrat geschafft hatten, sich aber den Abstieg über den steilen Grat nicht mehr zutrauten und ebenfalls den Notruf wählten.

Die Bergrettung apelliert zum wiederholten Mal an die Eigenverantwortung der Bergsteiger. Selbstüberschätzung, unzureichende Ausrüstung und mangelnde Tourenplanung sind die Hauptgründe für die sehr zahlreichen Bergeeinsätze. Die Ortsstelle Rauris verzeichnet heuer mit Ende August bereits so viele Einsätze wie noch nie zuvor.
 
Fotos/Bericht: Bergrettung Rauris