Mittersill: Nächtliche Bergung von zwei 17-Jährigen in der Venedigergruppe
Sie setzten bei schlechtem Wetter auf rund 2.700 Meter Seehöhe einen Notruf ab.
Nächtliche Bergung von zwei 17-jährigen Salzburgern in der Venedigergruppe
Die zwei gut ausgerüsteten Jugendlichen aus Hallein und der Stadt Salzburg stiegen am Dienstagnachmittag von der Neuen Fürther Hütte (2.201m) in Richtung Osttirol mit Ziel St. Pöltner Hütte auf. Sie wollten am Berg in ihrem Zelt in Schlafsäcken übernachten und am nächsten Tag ihre Tour zur St. Pöltner Hütte (2.481m) fortsetzen.
Um 19.30 Uhr setzten sie beim Sandebentörl (2.751m, Übergang nach Osttirol) im Regen einen Noturf ab. Die Bergrettung Mittersill wurde alarmiert. „Sie waren unverletzt, konnten aber weder vor noch zurück. Ihnen war kalt, und sie waren nass“, schildert Ortsstellen- und Einsatzleiter Gerfried Walser. Die beiden hatte auch keinen geeigneten Platz zum Biwakieren gefunden.
Der Hüttenwirt der Neuen Fürther Hütte, der Mitglied der Bergrettung Neukirchen am Großvenediger ist, und ein Bergretter aus Kaprun, der sich in der Hütte aufhielt, stiegen als Voraustrupp sogleich zu den in Bergnot geratenen Jugendlichen auf.
Polizeihubschrauber musste wetterbedingt abdrehen
In der Zwischenzeit wurden zwei Bergretter der Ortsstelle Mittersill beim Sportplatz Hollersbach vom Polizeihubschrauber Libelle aufgenommen und bis in den Bereich eines Steinmandls geflogen und dort abgesetzt, wo sie weiter zu Fuß aufstiegen. Aufgrund der schlechten Witterungsverhältnisse konnte der Hubschrauber nicht zur Hütte hinauf fliegen. Nach einem weiteren Flug musste die Libelle wetterbedingt abdrehen.
Weitere Mittersiller Bergrettungskräfte fuhren mit dem Einsatzfahrzeug ins Hollersbachtal hinein und stiegen dann zu Fuß auf. Währenddessen hat der Voraustrupp die zwei Salzburger rund 30 Meter unterhalb des Steiges gefunden. Der Ortsstellenleiter hatte ihnen zuvor am Handy erklärt, dass sie Schutz unter einem großen Stein suchen und für den Wärmeerhalt sorgen sollen. „Sie waren gut ausgerüstet, hatten auch Biwaksack und Rettungsdecke dabei.“
Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte – es regnete stark und auch der Wind wurde stärker – warteten sie mit den zwei Bergrettern des Voraustrupps noch eine Weile, dann stiegen sie gemeinsam zur Neuen Fürther Hütte ab. Mittersiller Bergretter gingen ihnen entgegen.
In der Neuen Fürther Hütte versorgt
In der geheizten Hütte wurden die leicht unterkühlten Jugendlichen von den Bergrettern nach einem Gesundheitscheck versorgt. „Sie waren froh, dass sie endlich im Trockenen waren“, sagte Walser. Die beiden blieben in der Nacht auf der Hütte. Am nächsten Tag wollten sie ihr Gepäck, das noch am Berg verblieben war, holen.
Die 18 Mittersiller Bergretter stiegen noch in der Nacht ins Tal ab. Der Einsatz endete am Mittwoch gegen 2.00 Uhr.
Fotos: Bergrettung Mittersill





















