Mehrere Einsätze an einem Tag hielten Bergrettung Obertauern auf Trab

11.01.26 Einsätze

Vier Lawinenabgänge und eine Familie in Bergnot - insgesamt ein Verletzter

Bei der Bergrettung Obertauern ging im Laufe des Sonntags gleich fünf Mal ein Alarm ein. Vier Einsätze betrafen Lawinenabgänge im alpinen Gelände. Einen Einsatz löste ein Vater mit zwei Kindern aus, die Skifahrer waren im alpinen Gelände in Bergnot geraten. 
Bei drei von den vier Lawinenabgängen wurde niemand verletzt. Nach einem weiteren Lawinenabgang wurde gemeldet, dass sich eine Person an der Schulter verletzt hat.  
 
Die erste Alarmierung betraf einen Lawinenabgang abseits der gesicherten Pisten im alpinen Gelände im Bereich des Hundskogels (2.239 Meter Seehöhe). Es handelte sich um einen „Negativlawine“, es wurden keine Personen verschüttet oder verletzt. Eine Person hatte den Lawinenabgang gemeldet.
 
Zum zweiten Mal alarmiert wurde die Bergrettung nach einem Lawinenabgang im alpinen Gelände im Bereich des Seekarspitzes (2.350 Meter Seehöhe). Die Lawine war offenbar von Variantenfahrern ausgelöst worden. Die Snowboardfahrer informierten die Einsatzkräfte, dass niemand verletzt wurde. Ein Snowboardfahrer, der mit einem Lawinenairbag ausgerüstet war, war zunächst abgängig, er tauchte aber wieder unverletzt auf. Der Rettungshubschrauber C99, der bereits unterwegs war, wurde dann zu einem weiteren Lawinenabgang im Bereich Mittereckalm in Tweng angefordert.
 
Die dritte Alarmierung betraf einen Vater, der mit zwei Kindern im Bereich Seekareck (2.217m) – Schubertmulde mit Skiern unterwegs war und sich im unwegsamen Gelände verfahren hatte. Er setzte einen Notruf ab. Die drei Personen wurden von Bergrettern mit einem Seil gesichert und für eine Taubergung und den Transport mit dem Polizeihubschrauber Libelle vorbereitet. Anschließend flog die „Libelle“ die drei Personen auf die Skipiste zurück. Von dort wurden sie von Bergrettern mit einem Skidoo nach Obertauern gefahren und zur Arztpraxis Dr. Aufmesser gebracht. Die Drei waren unverletzt, aber leicht unterkühlt. 
 
Die vierte Alarmierung ging bei der Bergrettung nach einem Lawinenabgang im alpinen Gelände im Bereich Mittereckalm (zirka 1.890 Meter Seehöhe) in der Gemeinde Tweng ein. Offenbar waren vier Personen betroffen, laut Alarmierung wurden aber keine Personen verschüttet. Jedoch hatte sich eine Person an der Schulter verletzt. Sie wurde mit dem Rettungshubschrauber C99 in ein Spital geflogen.  
 
Die fünfte Alarmierung betraf eine „Negativlawine“ am „Hengst“ (2.076 Meter Seehöhe) im Gemeindegebiet von Untertauern. Ein Skitourengeher hatte den Lawinenabgang gemeldet. Verletzt wurde niemand. 
 
Die Einsätze der Bergrettung wurden von Michael Koch (stellvertretender Leiter der Ortsstelle Obertauern) und Christian Binggl (Hundeführer und Einsatzleiter der Ortsstelle Obertauern) geleitet. 
 
In den Niederen Tauern, Alpenhauptkamm, gab es laut Lawinenwarndienst Salzburg am Sonntag oberhalb von 2.000 Meter Seehöhe ein Triebschneeproblem, die Lawinenwarnstufe war hier erheblich (Stufe drei). „Viel Neuschnee und Wind erfordern Zurückhaltung. Schneebrettlawinen können im Trieb- und Neuschnee an einigen Stellen bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden“, stand im Bericht. 

Fotos: Bergrettung Obertauern