Drei Lawineneinsätze mit einem tödlichen Ausgang

13.01.26 Einsätze

Mehrere Lawineneinsätze für die Einsatzkräfte im Pongau. Während einige davon gimpflich abgingen, verstarb ein junger 13-jähriger Tscheche in Sportgastein.

In Sportgastein wurde der erste Alarm um 11.20 Uhr für die Bergrettung Bad Gastein ausgegeben: Ein Schneebrett war abseits der Piste unterhalb des Saleskogel (2.680 m, Sportgastein) abgegangen.

„Ein lokaler Skiführer hatte den Abgang von der Gondel aus beobachtet und die Einsatzkräfte alarmiert“, sagt Gerhard Kremser, Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau und Bergretter der Ortsstelle. Innerhalb kürzester Zeit waren 15 Bergretter aus Bad Gastein, Hundeführer der Bergrettung und Hubschrauberteams (Martin1, Martin 10 und Libelle) vor Ort.

Keine Verschüttung bei erstem Einsatz

„Wir konnten den Einsatz aber wieder genauso rasch beenden, denn der Freerider wurde beim Abgang des Schneebrettes nicht verschüttet. Er hatte sich auch gleich bei den Einsatzkräften gemeldet“, so Kremser.

Lawinenabgang bei Südwiener Hütte mit zwei Verschütteten

Fast direkt im Anschluss gab es einen Lawineneinsatz für die Bergrettung Obertauern: Im Bereich der Südwiener Hütte wurde ein Paar bei einem Lawinenabgang bei ihrem Aufstieg von der Südwiener Hütte Richtung Hengst (2074 m) verschüttet. Der Mann konnte sich aufgrund einer Teilverschüttung selbst befreien, lokalisierte seine Begleiterin mittels Lawinenverschütteten Gerät und grub sie selbst aus: „Die Frau war komplett verschüttet.

Begleiter konnte mit Notfallausrüstung Frau retten

Beim Eintreffen von unseren ersten Einsatzkräften war die Frau bereits vom Begleiter aus der Lawine befreit worden“, sagt Christian Binggl, Hundeführer und Einsatzleiter der Ortsstelle Obertauern. „Sie war ansprechbar, leicht unterkühlt und wurde vom Hubschrauberteam von Martin 1 mittels Taubergung ausgeflogen und zur weiteren medizinischen Versorgung nach Obertauern gebracht.“ Sie dürfte keine schweren Verletzungen erlitten haben. Im Einsatz standen rund 20 Bergretter aus Obertauern und Mauterndorf und mehrere Hundeführer der Bergrettung.

Tödliches Unglück in Sportgastein Goldbergbahn

Um 13:18 Uhr kam die nächste Alarmierung für die Bergretter aus Bad Gastein: Ein Lawinenabgang wurde im Skigebiet Sportgastein bei der Goldbergbahn Mittelstation gemeldet. Betroffen sei ein Kind, hieß es. „Der 13-jährige Skifahrer aus Tschechien war mit einem weiteren Kind im freien Skigelände unterwegs gewesen“, sagt der Einsatzleiter der Bergrettung Bad Gastein, Andreas Kandler.  „Die Buben waren zwischen den Stahlträgern der Lawinenverbauung unterwegs, als sie eine Lawine auslösten. Der 13-Jährige wurde von dem Schneebrett erfasst und gegen die Verbauung gedrückt.“ Der Unfall passierte etwa 100 Meter oberhalb der Mittelstation.

Lange Reanimation, tödliche Verletzungen

Obwohl sowohl Bergretter, Bergbahnen-Mitarbeiter und ein Hubschrauberteam rasch vor Ort waren und rund 40 Minuten reanimiert wurde, kam für den Tschechen jede Hilfe zu spät. „Wahrscheinlich ist er an den schweren Verletzungen gestorben.“ Die Alpinpolizei ermittelt.

Im Einsatz standen neben zehn Bergrettern und Mitarbeitern der Bergbahnen, drei Hundeführer der Bergrettung, ein Rettungshubschrauber aus Tirol (C7), ein Polizeihubschrauberteam samt Alpinpolizei.

Weitere gimpfliche Lawinenabgänge gemeldet

In Bad Hofgastein (Siebenspitz, 2.555 m und im Lungau (Thomatal, Mattehanslgrube), für Zell am See (Maurerkogel, 2.074 m) wurden in der Mittagszeit ebenso zeitnah Lawinenabgänge gemeldet, die aber alle ohne Personen-Verschüttung glimpflich ausgingen.

Kremser appelliert um Zurückhaltung im freien Gelände: „Die Lawinengefahr ist derzeit oberhalb der Waldgrenze erheblich. Es gibt sehr viele ältere Triebschneeansammlungen, die teilweise schwer zu erkennen sind. Dazu ist einiges mit Wind an Neuschnee gefallen.“

 

Bilder Sportgastein © Robert Lindenebner, Bergrettung Obertauern/Binggl, Bergrettung Gastein/Kremser