Herausfordernde Schwerpunktübung der Bergrettung Pinzgau Nord
Ein Verletzter wurde vom Königsjodler-Klettersteig über drei behelfsmäßige Seilbahnen abtransportiert.
Seitens der Bergrettung nahmen rund 50 Bergretter der Ortsstellen Dienten, Saalfelden-Maria Alm, Leogang, Lofer und Unken am Samstag, 10. Oktober, an der anspruchsvollen Bezirksübung der Bergrettung Pinzgau Nord teil. Auch die ÖAMTC-Flugrettung mit einem Winden betriebenen Hubschrauber, die Flugpolizei Salzburg mit dem Hubschrauber Libelle und zwei Alpinpolizistinnen beteiligten sich an der Schwerpunktübung.
Übungsannahme war die aufwendige Bergung eines verletzten Klettersteiggehers vom Königsjodler-Klettersteig auf rund 2.400 Meter Seehöhe. Der Verunfallte musste liegend aus dem Klettersteig hinüber zum Grandlspitz-Gipfel und über die Felswand schräg hinunter bis zur Taghaubenscharte geborgen werden, wo er vom ÖAMTC-Hubschrauberteam aufgenommen und zur Erichhütte geflogen wurde, wie der Ortsstellenleiter von Dienten, Christoph Portenkirchner, schildert. Dazu errichteten die Bergretter mit Dyneema-Seilen drei behelfsmäßige, jeweils 200 Meter lange Seilbahnen, an denen der Verletzte herausgeborgen wurde, erklärt Einsatzleiter Stefan Aigner.
Mannschafts- und Materialtransport mit Hubschraubern
„Wesentlich war, dass die Mannschaft von den Hubschraubern punktgenau zur jeweiligen Einsatzstelle geflogen werden konnte“, sagt Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau, der das Übungskonzept erstellt hat. Die ÖAMTC-Flugrettung wickelte den Mannschaftstransport im Windenbetrieb ab. Auch der Materialtransport erfolgte mit Hubschrauberunterstützung.
Erschwerend kam noch hinzu, dass der Einsatzleiter in dem Übungsszenario noch einen weiteren (Übungs-)Einsatz zeitgleich abzuarbeiten hatte: Eine Wanderin und ihr zwölfjähriges Kind hatten sich auf der Taghaube verstiegen. Auch sie mussten gerettet werden.
„Übung planmäßig verlaufen“
Die Schwierigkeit der Personenrettung aus dem Königsjodler-Klettersteig lag vor allem darin, dass der Verletzte aus steilem, absturzgefährden Felsgelände geborgen werden musste. „Es war die anspruchsvollste von allen Bezirksübungen, die wir in den vergangen Jahren durchgeführt haben. Übungsziel war die übergreifende Zusammenarbeit mit zwei Hubschrauberteams im Parallelbetrieb und mit fünf Bergrettungsortsstellen. Es ist alles planmäßig verlaufen und hat einwandfrei funktioniert, es lief perfekt ab“, lautet Tritschers positive Bilanz. Der Bezirksleiter bedankt sich bei allen Beteiligten für ihren professionellen Einsatz.
Fotos: Bergrettung Dienten/Simon Pabinger


































