Salzburger Bergrettung steuert 2026 auf Einsatzrekord zu

03.10.26 Einsätze

Bei der 79. Landesversammlung berichtete Landesleiter Richard Freicham über die gestiegenen Einsatzzahlen.

Bei der 79. Landesversammlung der Salzburger Bergrettung am Samstag, 3. Oktober, in Maria Alm wies Landesleiter Richard Freicham daraufhin, dass die Einsätze in diesem Jahr gegenüber dem Vergleichzeitraum des Vorjahres gestiegen sind und die Herausforderungen für die Bergrettung damit auch immer größer werden. 

Von 1. Jänner bis 1. Oktober 2026 verzeichnete der Österreichische Bergrettungsdienst (ÖBRD) Salzburg 725 Einsätze, im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es mit 649 um rund 75 weniger. Dass der Einsatzrekord aus dem Jahr 2019 mit 793 Einsätzen zum Jahresende 2026 übertroffen wird, ist durchaus möglich. Es wurden heuer auch bereits mehr Verletzte und Tote geborgen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.  

633 Personen wurden bisher geborgen, davon waren 310 unverletzt (1.1. bis 1.10. 2025: 278) und 292 (259) verletzt. Es gab 31 Totbergungen (28). Weiters wurden 11.129 Einsatzstunden geleistet, 4.636 Bergrettungskräfte waren im Einsatz. 

Unfallursache Nummer eins sind Stürze und Abstürze, gefolgt von Erschöpfung und medizinischen Notfällen. 

Die steigenden Einsatzzahlen sind einerseits auf die zahlreichen Lawinenabgänge im Frühjahr und alpinen Notfälle im Sommer zurückzuführen. Aufgrund des schönen Wetters waren viele Menschen in den Bergen unterwegs. Auffallend war, dass die Anzahl an erschöpften Personen im Vergleich zu den Jahren davor gestiegen ist. Bergsportlerinnen und Bergsportler sind im Hitze-Sommer teils zu spät aufgebrochen, die Kondition reichte nicht aus, es wurde zuwenig an Getränken mitgenommen, die Tourenplanung war mangelhaft und die Wetterprognose wurde nicht beachtet.  

Selbstüberschätzung am Berg war auch heuer wieder ein großes Thema, und die Vollkaskomentalität hat zugenommen.

In diesem Zusammenhang appelliert die Bergrettung erneut, die Touren gründlich zu planen und bei auftretenden Problemen sofort umzukehren bzw. den Bergrettungsnotruf 140 zu wählen.

Bergrettung rüstet sich für die Zukunft

„Wir müssen für die Zukunft gewappnet und am neuesten Stand sein“, erklärte Landesleiter Richard Freicham angesichts der Investitionen, die anstehen, um Menschen in Bergnot bestmöglich helfen und effizient versorgen zu können. Deshalb ist die Bergrettung auch auf ihre Förderer, Spender und Sponsoren angewiesen, um Ausrüstungs-, Rettungs- und Sanitätsmaterial sowie Einsatzfahrzeuge anschaffen zu können. In dem Bergrettungs-Fördererbeitrag in Höhe von derzeit 36 Euro im Jahr ist eine Bergekostenvorsorge bis zu 25.000 Euro enthalten. 

Der Landesleiter bedankte sich für ihre langjährigen Mitgliedschaften bei Alt-Landesleiter Balthasar Laireiter (50 Jahre Mitglied), Herbert Deutinger Junior (OS-Leiter Werfen, 40 Jahre Mitglied) und Matthias Unterberger (OS-Leiter Strobl, 25 Jahre Mitglied)

Abschließend bedankte sich Richard Freicham bei den Mitarbeitenden der Landesgeschäftsstelle, seinem Funktionärsteam und bei den 1.550 Salzburger Bergretter und Bergretterinnen, die ehrenamtlich rund um die Uhr einsatzbereit sind. „Wir sind auf einem guten Weg. Der Zusammenhalt ist groß. Ich bin stolz auf die Truppe, ich kann mich auf sie verlassen“, sagte Freicham. In die Ausbildung werden viele Stunden aufgewendet, so wurden heuer bei 22 Lehrgängen 13.748 Lehrgangsstunden absolviert. Die Salzburger Bergrettung hat kein Nachwuchsproblem, der Zuswachs von Jungbergrettungskräften ist groß. 

Bei der Landesversammlung konnten auch viele Ehrengäste begrüßt werden, darunter Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, der interimistische Landesrettungskommandant Clemens Ebster, der Präsident der Salzburger Wasserrettung, Markus Zainitzer und der Alt-Landesleiter der Salzburger Bergrettung, Balthasar Laireiter, der für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Die Landtagspräsidentin bedankte sich im Namen des Landes bei der Bergrettung für den unermüdlichen Einsatz, um Menschen in Bergnot zu helfen, und auch bei den Angehörigen der Bergrettungskräfte, die deren Engagement mittragen. Ebster hob die „hervorragende Zusammenarbeit“ der Bergrettung mit dem Roten Kreuz hervor. 

Fotos: ÖBRD Salzburg