Bergrettung Hallein im Einsatz: Wanderer aus steilem Gelände gerettet

18.08.26 Einsätze

Wegen des schlechten Wetters waren die Bedingungen der Bergung schwierig.

Ein Oberösterreicher, Mitte 70 Jahre alt, hat sich am 17. August bei einer Wanderung im Trattberg-Gebiet im Tennengau von der Wandergruppe, mit der er unterwegs war, getrennt und eine Abkürzung genommen. Dabei geriet er auf der Nordseite in sehr steiles, unwegsames Gelände. 

Weil er nicht, wie vereinbart, bei der bewirtschafteten Christl-Alm (1.420 Meter Seehöhe) am Hintertrattberg eingetroffen war, machte sich der Junior-Hüttenwirt auf die Suche nach dem Vermissten. Der Wirt konnte telefonischen Kontakt mit ihm aufnehmen und ihn aufgrund der Beschreibung und eines Fotos des Standortes, das ihm der über 70-Jährige geschickt hatte, finden. Allerdings war der Wanderer zu erschöpft, um aus eigenen Kräften die Hütte zu erreichen. Deshalb setzte der Hüttenwirt einen Notruf ab.  

Wanderer unverletzt, aber unterkühlt

Die Ortsstelle Hallein wurde um 14.22 Uhr alarmiert. Einsatzleiter Stefan Baumann forderte zur Unterstützung den Polizeihubschrauber Libelle aus Salzburg an. Da aber der Helikopter wegen einer Gewitterzelle, die über den Flughafen zog, vorerst nicht starten konnte, stiegen Bergretter bei Regen zu Fuß zu dem Wanderer auf. Der Seniorwirt der Christl-Alm zeigte den Einsatzkräften die Stelle, wo sich der Mann mit dem Juniorwirt befand. „Er war gut ausgerüstet und unverletzt, aber unterkühlt“, schildert Baumann. „In dem steilen, weglosen Gelände ist er nicht mehr weitergekommen.“

Die Bergretter bereiteten die Bergung des vom Regen durchnässten Pensionisten mit der Gebirgstrage vor. Schließlich konnte das Team der Libelle ein kurzes Wetterfenster nützen. Trotz schwierigen Bedingungen, es wehte auch ein böiger Wind, konnte der Pensionist mittels Tau rasch geborgen und zur Christl-Alm geflogen werden.

Zweiter Einsatz wegen Notfalls auf einer Almhütte 

Zeitgleich kam es in einer benachbarten, privaten Hütte zu einem Notfall. Ein Mann hatte einen epileptischen Anfall erlitten. Ein Notfallsanitäter der Bergrettung Hallein und ein Alpinpolizist begaben sich sogleich zu der Hütte und versorgten den Patienten. Gemeinsam mit dem Pensionisten wurde der Patient mit dem Rettungswagen des Roten Kreuzes ins Tal gebracht. 

„Alles ist gut verlaufen“, lautet das positive Resümee von Einsatzleiter Baumann. Die schlechten Witterungsverhältnisse und das steile, absturz- und steinschlaggefährdete Gelände hatten die Bergung des Wanderers erschwert. Baumann bedankte sich bei allen Einsatzkräften und dem Hüttenwirt der Christl-Alm für die gute Zusammenarbeit. 

Im Einsatz waren 15 Bergrettungskräfte der Ortsstelle Hallein, der Pilot und der Flugoperator des Polizeihubschraubers Libelle, ein Alpinpolizist und drei Rettungskräfte des Roten Kreuzes. Der Einsatz endete um 19.45 Uhr. 

Fotos und Video: Bergrettung Hallein