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Erste Hilfe beim Lawinenunfall

Ein Lawinenabgang bedeutet Lebensgefahr. Es müssen deshalb unterschiedlichste Maßnahmen getroffen werden, damit es gar nicht so weit kommt. Trotzdem hat unser Landesarzt Joachim Schiefer die wichtigsten Maßnahmen einer richtigen Ersten Hilfe im Notfall zusammengefasst.

 

Neben der umfassenden Tourenplanung, richtigem Verhalten während der Tour, Mitnahme der Notfallausrüstung - LVS-Gerät, Sonde und Schaufel - sollte auch ein Erste Hilfepaket und ein Biwaksack mit in den Rucksack. Auch ein gut aufgeladenes Mobiltelefon darf nie fehlen.
Eine Skitour sollte im besten Fall nie alleine unternommen werden.

 

Rasches Handeln
Wenn es trotz aller umsichtigen Maßnahmen unglücklicherweise zu einem Lawinenabgang kommt, dann ist rasches Handeln nötig. Der Verschüttete droht ansonsten nämlich in kürzester Zeit zu ersticken. Dazu kommen gefährdende Verletzungen und eine drohende Unterkühlung des Lawinenopfers.

Alle Anstrengung sollte deshalb auf eine möglichst schnelle Ortung und rasches und organisiertes Freischaufeln des Verschütteten gelegt werden.

 

Wenn man nur alleine, oder zu zweit ist, führt das Absetzen eines Handynotrufs in dieser Phase nur zu einer Zeitverzögerung und sollte erst nach ca.15 Min erfolgen. Ist man in einer größeren Gruppe unterwegs, setzt ein Gruppenmitglied - während die restlichen anderen suchen und schaufeln - sofort den Notruf ab.

 

Mund, Nase und Brustkorb schnell freilegen
Nach der Ortung sollte möglichst rasch Mund, Nase und Brustkorb von Schnee befreit werden.
Ist der Verschüttete ansprechbar, so achtet man auf mögliche Verletzungen und schützt ihn mit dem Biwaksack vor Auskühlung.

 

Ist der Verschüttete nicht ansprechbar, sind aber Atmungszeichen vorhanden, so bringt man ihn vorsichtig am Biwaksack in eine stabile Seitenlagerung.

 

Wenn auch die Atmung fehlt, so muss unverzüglich mit einer Reanimation begonnen werden: Im Rhythmus 30 zu 2 - Herzmassage zu Beatmung.

Die Reanimation muss bis zum Eintreffen weiterer Retter (Notarzt) erfolgen.

Allgemein sollte ein Lawinenopfer nicht zu stark bewegt werden.
Wenn die Maßnahmen erfolgreich waren, sollten Sie in jedem Fall beim Verschütteten bleiben und auf die Geländesituation geachtet werden.

 Verlassen Sie - wenn nötig - einen Gefahrenbereich.

 

Noch eine Bitte zum Schluss: Um unnötige Einsätze zu vermeiden, sollten Sie bitte UNBEDINGT auch Lawinenabgänge ohne Verletzte melden!

 

Bericht: Dr. Joachim Schiefer, Landesarzt der Bergrettung Salzburg

742 Geborgene Personen
(2018)
749 Einsätze
(2018)
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im Land Salzburg