Peer 2.0 - Neustart in der Peerausbildung von Bergrettern

Am letzten Wochenende trafen sich Bergretter auf der Genneralm. Sie nahmen am Grundkurs der Peerausbildung teil.

Vom 25. bis 26. Mai nahmen 25 aktive Bergretter aus 18 von 43 Ortsstellen der Bergrettung Land Salzburg am Neustart der Ausbildung zum Notfallpeer auf der Bergrettungshütte bei den Genneralmen teil. Bei strahlendem Sonnenschein lernten die angehenden Peers die Grundlagen für ihre zukünftige ehrenamtliche Tätigkeit.

In Theorie und Praxis wurden die Themen:

  • Stress und Stresssymptome
  • Defusing (die gefühlsmäßige Aufarbeitung eines stark belastenden Einsatzes/Ereignisses)
  • Debriefing (die geistige Aufarbeitung eines stark belastenden Einsatzes/Ereignisses)
  • Psychologische Betreuung von Einsatzkräften, Verletzten und Angehörigen

behandelt. Die teilnehmenden Bergretter setzten in Gruppenarbeit zuvor theoretisch erarbeitetete Inhalte in Rollenspielen in der Praxis um.

"Ziel des Kurses ist, den interessierten Ehrenamtlichen Strategien für die notfall-psychologische Betreuung von Einsatzkräften, Verletzten und Angehörigen nach belastenden Ereignissen zu vermitteln", erklärt Notfallpsychologe Dr. Mag. Hans Kirschner, der das Team der Notfallpeers in der Ausbildung unterstützt.

Auch Themen wie Suizid und Prävention wurden angesprochen. Am Ende des intensiven ersten Tages vermittelte Hans Kirschner noch unterschiedliche Entspannungsmethoden, die bei so manchem Teilnehmer die Wirkung nicht verfehlten.

Landesleiter Balthasar Laireiter und Roland Schimpke (Bezirksleiter Flachgau) ließen es sich nicht nehmen, auf der Bergrettungshütte der Ortsstelle Salzburg vorbeizuschauen und dem Notfall Team mit Hubert Kreer (Leiter), Heinz Leitinger und Franz Stotter sowie Hans Kirschner für den Neustart und ihr Engagement zu danken. "Mein großer Wunsch ist es, dass zukünftig in jeder Ortsstelle mindestens ein ausgebildeter Peer für seine Kameradinnen und Kameraden da ist", weist Landesleiter Laireiter auf den großen Stellenwert der Peers im Rahmen der Bergrettung hin.

Das Team der Notfall Peers rund um Hubert Kreer, bedankte sich bei dem Hüttenwart der Ortsstelle Salzburg, Robert Wörndl, für die perfekte Verpflegung und freute sich über den gelungenen Neustart. "Das Bemühen um den Neubeginn der Peersausbildung war intensiv. Umso wichtiger ist nun für unser Team, dass eine gute Vernetzung untereinander und über die Bergrettungsgrenzen hinaus stattfindet", wünscht sich der Leiter der Peers, Hubert Kreer, für die Zukunft.

Bericht/Bilder: Bergrettung, CHutticher

Begriffserklärung:

Defusing: Ein Defusing wird oft direkt im Anschluss an ein traumatisierendes (emotional belastendes) Ereignis wie z.B. schwerer Berg- oder Lawinenunfall, Naturkatastrophe oder Suizid durchgeführt und dient den Rettungskräften, Betroffenen, Angehörigen, Zeugen etc. nach Ende dieses Ereignisses bzw. des Einsatzes die akuten Stress-Symptome emotional (gefühlsmäßig) zu verringern.

Debriefing: Ein Debriefing wird erst einige Tage nach dem traumatisierenden Ereignis durchgeführt, wenn kognitive Bewältigungsmechanismen erkennbar greifen. Es dient der kognitiven (geistigen) Aufarbeitung eines belastenden Ereignisses/Einsatzes um negative Auswirkungen des traumatischen Ereignisses zu lindern.