Es galt insgesamt vier verletzte Kletterer aus unterschiedlichen Kletterrouten an der Westwand des Großen Donnerkogels (2054 m) zu bergen“, sagt Bezirksleiter Werner Quehenberger, dessen Ortsstelle Annaberg die Übung organisierte. Die Verletzten mussten nach einer Erstversorgung mittels Universaltrage abtransportiert werden. Der Aufstieg zu den Routen erfolgte über leichtes Klettergelände. Für die eigentliche Bergung der Verletzten aus den Kletterrouten errichteten die teilnehmenden Bergretter eigene Standplätze und Bohrhaken. Angewendet wurden spezielle seiltechnische Bergetechniken wie etwa eine Kaperbergung mittels Dyneema-Seil.

Danach wurden die verletzten Kletterer dem Bergeteam übergeben. Der sichere Abtransport der Verletzten über das teils steinschlaggefährdete Gelände und über schroffes Blockgelände war für die Teilnehmer die größte Herausforderung. Der Verletzte und auch das Bergeteam mussten an mehreren Stellen gesichert und abgeseilt werden.

Anschließend ging es für die 52 Bergretter und eine Bergretterin über den Donnerkogelsteig ins Tal. „Die anspruchsvolle Übung wurde von der Ortsstelle Annaberg unter Ortsstellenleiter Toni Kendlbacher und Ausbildungsleiter Manfred Eder perfekt vorbereitet“, freute sich die Bezirksleitung und bedankte sich bei allen Teilnehmern und Verantwortlichen: „Der Ausbildungsstand der Ortsstellen ist hoch und das Ziel wurde zwei Stunden vor angegebener Zeit erreicht.“

Bezirksübung Tennengau 2014

48 Bergretter und Bergretterinnen trafen sich unlängst zur diesjährigen Sommerübung bei strömenden Regen in Zillreith unterhalb des Schlenken.

Ziel der Übung war es, verunglückte Bergsteiger im Bereich Schlenkengipfel- Schmittenstein zu finden, eine optimale Erstversorgung durchzuführen und anschließend die Bergung aus unwegsamem Gelände durchzuführen. Die Aufgaben waren für die Bergemannschaften in einer kurzen Einsatzbesprechung rasch übermittelt.

Nachdem  sich die Verletztendarsteller im Gelände verteilt und  in Position begeben hatten, begannen die Bergeteams mit der Suche. Nach etwa einstündigem Aufstieg bei Nebel und Nässe in den Gipfelbereich konnten die ersten Figuranten nach kurzer Zeit aufgefunden werden. Teilweise waren  sie bis zu 200 Hm unterhalb des Weges zwischen Schlenken und Schmittensteingipfel  in äußerst schwierigem Gelände.

Nach der Erstversorgung wurde unter Verwendung der neuen Dyneema- Seilsysteme die Bergung durchgeführt. Diese Seile sind bis zu 200 m lang und wiegen nur ca. 1/3  der herkömmlichen Bergeseile. Latschengürtel, Felsabbrüche und grasdurchsetzte Schroffenhänge waren zu überwinden.

Ein Bergeteam wählte beim Abtransport der Verletzten den Weg  durch die Schlenkendurchganshöhle, was bei den Wetterbedingungen als positiven Nebeneffekt den einzigen trocken Bergeabschnitt darstellte. Alle Verletzten mussten nach der Bergung mittels Gebirgstrage oder UT-Trage auf den Schlenkengipfel gebracht werden, wo wir bei, Gott sei Dank, schon besserem Wetter gleich die Nachbesprechung durchführten. Danach ging es gemeinsam noch zum Zillreithwirt zu einer gemeinsamen gemütlichen Einkehr.

Ein herzliches Danke an alle Beteiligten und an OL DI Christian Schartner, der OST Hallein für die Unterstützung bei der Planung und Durchführung der Sommerübung 2014.

Wilfried Seidl ,Bezirksleiter Tennengau