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Winterbezirksübung Flachgau 2012

48 BergretterInnen aus dem Flachgau, elf davon aus der Ortsstelle Salzburg, übten vergangenes Wochenende einen Lawinengroßeinsatz im bei Wintersportlern beliebten Postalmgebiet. Schwerpunkt der Übung war die ortsstellenübergreifende Koordination bei Großeinsätzen.

7.1.2012, Postalmgebiet: 48 Bergrettungsmänner und –frauen aus den fünf Ortsstellen des Flachgaus übten einen Lawinengroßeinsatz. Organisiert hatte dieses Jahr die Winterübung die Ortsstelle Strobl rund um Ortsstellenleiter Ingo Kronawettleitner. „Einsatzgebiet“ war diesmal die  Postalm, das bei Schiurlaubern beliebte, größte zusammenhängende Almgebiet Österreichs.

 

8:00, Treffpunkt Ortsstelle Strobl: Eine kurze Begrüßung der TeilnehmerInnen durch Bezirksleiter Christian Bauer und dem Ortsstellenleiter und kurze Zeit später geht es auch schon von der Postalmstraße abzweigend über eine verschneite Forststraße zum Einsatzgebiet im Bereich der Gadenalm.


Mehrere Verschüttete bei Lawinenabgang

Milde Temperaturen, Wolken, knietiefer Schnee: Für die in zwei Gruppen geteilten BergretterInnen beginnt der „Ernstfall“: Zwei simulierte, voneinander unabhängige Lawinenabgänge mit mehreren verschütteten Personen stellen die Koordinationsfähigkeit der beiden Einsatzleiter auf die Probe.

 

Das Lawinenfeld ist erreicht. Nur mehr ein Schistecken liegt sichtbar auf dem Schnee. Rasch teilt der Einsatzleiter der Gruppe ihre Aufgaben zu. Erschwerend für den Einsatzleiter ist, dass die RetterInnen aus unterschiedlichen Ortsstellen kommen.

 

„Bei solchen Einsätzen sind vor allem die Einsatzleiter sehr gefordert. Die systematische LawinenVerschüttetenSuche (LVS) erfordert eine exakte Koordination der Einsatzkräfte“, bringt Bezirksleiter Christian Bauer die speziellen Anforderungen dieser Übung auf den Punkt.

 

Warnung: Nachlawine!

Die Uhr läuft: Ein Teil der Gruppe sucht das Lawinenfeld  mit dem LVS Gerät ab. Der erste Verschüttete ist rasch gefunden – er liegt knapp an der Oberfläche, der Stock ist sichtbar. Die bereitstehenden „Schaufler“ befreien ihn. Die Suche ist schweißtreibend. Immer wieder brechen die „HelferInnen in Not“ bis zum Bauch im Schnee ein. Da kommt die Warnung vor einer Nachlawine. Kurz danach ein weiterer Fund.

 

Rasterfahndung im Schnee

Den zweiten Teil der Übung nimmt die „Rasterfahndung“ ein - für etliche der TeilnehmerInnen eine neue Erfahrung. Bei diesem systematischen Verfahren arbeiten die BergretterInnen genau festgelegte Vorgänge und Sektoren bei der Suche nach den Verschütteten ab. Das rasche Sondieren in einer Reihe dicht aneinander stehend erweist sich als schwierig. Der Untergrund ist kaum von den mit Stroh gefüllten vergrabenen „Dummys“ zu unterscheiden. Die bereitstehenden „Schaufler“ graben mehrmals ohne Ergebnis. Fazit der Einsatzbeobachter: Das System muss in den Ortsstellen noch verstärkt geübt werden. 

 

Lawineneinsatz ist Großeinsatz!

„Lawineneinsatz ist gleich Großeinsatz! Die ortsstellenübergreifende Zusammenarbeit stand daher auch bei der diesjährigen Winterbezirksfortbildung wieder im Vordergrund,“ zieht Bezirksleiter Bauer ein positives Resume und freut sich über die zahlreiche und engagierte Teilnahme seiner Flachgauer KamerdInnen.

 

Bericht: Claudia Hutticher

Bilder: Claudia Hutticher und Christian Bauer 

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