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Wechsel in der Bezirksleitung Tennengau - Wilfried Seidl übergibt an Werner Quehenberger

Am 9. Dezember ist es offiziell geworden: Wilfried Seidl, seit zwölf Jahren Bezirksleiter im Tennengau, stellte seine Funktion zur Verfügung. „Die Zeit ist reif. Wenn ein Jüngerer bereit ist, das Amt zu übernehmen, soll man ihn nicht zurückhalten“, freut sich der 64-jährige Pensionist, dass er einen würdigen Nachfolger in Werner Quehenberger, Ortsstellenleiter von Annaberg, gefunden hat.

Wilfried Seidl in seiner Freizeit....

... am Wiesbachhorn ...

... und als Bezirksleiter und Funktionär der Landesleitung

Der gelernte Werkzeugmacher und Formenbauer - er war bis zur Pensionierung als Konstruktionsleiter in einem Maschinenbaubetrieb beschäftigt - bleibt der der Bergrettung aber als Mitglied und Gerätewart der Ortsstelle Golling erhalten. Seidl ist auch nach wie vor Ausbildner der integrierten Ausbildung im Katastrophenschutzreferat des Landes Salzburg. In den jährlichen Kursen setzen sich Behörden und Einsatzorganisationen an einen Tisch und widmen sich Themen wie Führen im Einsatz, Öffentlichkeitsarbeit und Krisenintervention.

Über 40 Jahre Bergrettungserfahrung

Der Gollinger Bergretter kann mit seiner langjährigen Erfahrung viel Inputs einbringen. Im Alter von 22 Jahren trat er am 15. Februar 1977 offiziell in den Bergrettungsdienst ein. Seither ist er Mitglied der Ortsstelle Golling. „Erst nach zwei Jahren Anwärterschaft wurden wir angemeldet.“ Schon als Teenager beteiligte er sich an Einsätzen. „Ich bin von 1972 an im Sommer gerne aufs Stahlhaus gegangen. Hüttenwirt Heli Pfitzer hat mich eingespannt und zu Einsätzen mitgenommen.“ Der Schüler half fleißig mit und knüpfte rasch Freundschaften mit den Bergrettern. „Dass ich zur Bergrettung gehe, war ein aufgelegter Elfmeter.“

Die Einsätze reichten damals bis nach Bayern, über den Schneibstein bis in den Königseer Raum und waren „körperlich sehr anstrengend“, erzählt Seidl. „Unsere Mobilität war eingeschränkt. Forststraßen gab es dort noch nicht, und oft mussten wir lange auf einen Hubschrauber warten, falls er überhaupt kam. Wir waren dann oft schneller beim Patienten als der Hubschrauber.“

Als große Herausforderungen hat er Naturkatastrophen, großflächige Suchaktionen und Einsätze wegen verunglückter Kinder in Erinnerung, wie das Lawinenunglück 1982 in Werfenweng mit 13 Toten einer deutschen Schülergruppe. Oder die dreitägige Suche nach einem einheimischen Lawinenopfer in Annaberg. „Wenn du den Kampf mit der Zeit verlierst. Das hinterlässt Spuren. Du brauchst einige Tage, um das psychisch verarbeiten zu können.“ Seidl leitete auch den Rettungseinsatz aus der "Jack Daniel`s Höhle im Tennengebirge im 2014, der vier Tage gedauert hat. Die Bergung des verletzten 27-jährigen Höhlenforschers ist erfolgreich verlaufen..

Großes Verdienstzeichen des Landes Salzburg

Seine Bilanz als Führungskraft fällt sehr positiv aus. „Es war ein spannende Zeit. In der Entwicklung der Bergrettung hat sich viel getan. Die Aufgaben der Funktionäre sind gewachsen. Die Arbeit hinter den Kulissen ist mehr geworden, auch durch die gesetzlichen Verpflichtungen, die Administration und die Kommunikation mit anderen Rettungsorganisationen.“

Seidl war auch zwölf Jahre lang Leiter der Ortstelle Golling und weitere zwölf Jahre stellvertretender Bezirksleiter. Seit einem Jahr ist er in Pension. Im Jahr 2017 feierte er sein 40-jähriges Jubiläum bei der Bergrettung. Für seine langjährige Tätigkeit ist er 2015 auch mit dem "Großen Verdienstzeichen des Landes Salzburg" ausgezeichnet worden.

87 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
124 Einsätze
(2020 aktuell)
1407 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)