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Tragischer Alpinunfall am Neujahrstag: 44-jähriger Steirer stürzte am Preberspitz in den Tod

Am Preber stürzte ein einheimischer Schitourengeher am Neujahrstag in den Tod.

Tamsweger Bergrettungsmann Hans Wieland zeigt die Absturzrichtung, nur wenige Schritte davor die Ausrüstung, so wie sie zurück blieb (Foto: Bergrettung Tamsweg).

Den erschütternden Bergtod eines einheimischen Schitourengehers gab es am Neujahrstag am Preber zu beklagen. Ein Familienvater aus Ranten und Lehrer an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Tamsweg, begeisterter Alpinist und Kenner des Prebergebietes war einen Tag vor seinem 44. Geburtstag am Preberspitz (2.740 m) in den Tod gestürzt.

Aufmerksamer Tourengeher
Der Rucksack geöffnet, der Tee aus der Thermoskanne angerichtet, daneben die Schistöcke und die Schier wegen eines abgewehten, steinigen Stückes weiter vorne... das war das Bild wenige Meter unterhalb des Gipfels, das zumindest einen von vielen Wintersportlern, die am 1. Jänner den Preberspitz stürmten, stutzig machte.
Der aufmerksame Tamsweger informierte mit der Vorahnung, dem Besitzer dieser Ausrüstungsgegenstände könnte etwas zugestoßen sein, die Bergrettung Tamsweg. Und seine Vermutung wurde nicht zuletzt aufgrund deutlicher Rutschspuren in den Abgrund bald tragische Gewissheit. Der Steirer war aus bisher ungeklärten Gründen ausgerutscht und rund dreihundert Meter über das felsdurchsetztes Gelände auf Gemeindegebiet von Krakauhintermühlen abgestürzt.

Die geschilderten Gegebenheiten am Gipfel konnten von zwei Mann des Stoßtrupps der Bergrettung Tamsweg, die umgehend auf den Preberspitz aufstiegen, nur bestätigt werden. Sie stellten die Ausrüstungsgegenstände sicher und übergaben sie im Tal der Alpinpolizei. Gleichzeitig konnte das Opfer vom Einsatzhubschrauber des Innenministeriums im Spitzkar gesichtet werden. Die Besatzung nahm auch die Bergung des Toten vor.

Das Mitgefühl gilt der Ehefrau des Verunglückten. Sie war zum Prebersee gekommen, um ihren Mann zu suchen. Er war, so die Alpinpolizei, morgens zur Tour aufgebrochen und wollte mittags zurück sein. Da die Einsatzmannschaften bei der Ankunft der Witwe noch vor Ort waren, erfuhr sie noch dort von dem tragischen Unglück.

Dank des Lungauer Bezirksleiters
Balthasar Laireiter, Bezirksleiter der Lungauer Bergrettung, bedankte sich persönlich bei dem Schitourengeher, der den Vorfall meldete (er will anonym bleiben). „Wir sind sehr froh, dass einer auf Verdacht die Vermisstenmeldung machte“, so Laireiter. „ Er hat der Bergrettung viel Zeit erspart und die Kameraden vor einer mühsamen und vor allem gefährlichen Suche bei Dunkelheit bewahrt.“ Denn an einem Tag wie diesem 1. Jänner sei der Preberspitz ein begehrtes Tourenziel. Es müssten demnach mehrere Personen die herrenlose Ausrüstung bemerkt, aber nichts unternommen haben.

Andrea Kocher/Bergrettung Tamsweg

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