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Sucheinsatz in Weißpriach

Weg, Zeit und Gelände unterschätzt hatten zwei Spaziergänger gestern, 12. November 2015, im Hinteren Weißpriachtal/Lungau. Sie mussten in der Nacht durch Mauterndorfer Bergretter gesucht und geborgen werden.

Blick vom Hundstein Richtung Granierseen (Foto: Hannes Kocher)

Wanderweg Informationenstafel in Weißpriach (Foto: Andrea Kocher)

Seekreuz Kapelle (Foto: Andrea Kocher)

Ein 53-jähriger Pongauer und eine 55-jährige Lungauerin spazierten entlang des "Pilzweges", wobei sie dessen Verlauf nicht bis zum Ende (Abzweigung Seekreuz-Kapelle) folgten, sondern geradeaus immer weiter taleinwärts marschierten. Sie gingen auch an der Abzweigung Hundstein vorbei und gelangten im weiteren Verlauf in ein Kar, das hinauf in Richtung Granier führt. Es gibt hier keinen Weg mehr.

Die ziellose Wanderung des Paares endete im unwegsamen, steilen Gelände zirka hundert Höhenmeter unter dem Grat, wo sie erschöpft und, aufgrund der alpinen Geländegegebenheiten, ängstlich eine Rast einlegten. Mittlerweile bei Einbruch der Dunkelheit dann die Erkenntnis, dass ein sicherer Abstieg nicht mehr möglich ist.

Um 17:25 Uhr alarmierten die Spaziergänger die Einsatzkräfte. Sie beschrieben telefonisch ihren Standort, der schließlich durch Sichtkontakt via Blaulicht des Einsatzfahrzeuges und Handylicht der Verirrten konkretisiert werden konnte.

Vier Stunden nach der Alarmierung und nach einem aufwändigen Aufstieg (über Granierkar und Graniersee auf den Grat) erreichten acht Bergretter aus Mauterndorf die zwei Personen. Diese wurden vom Grat aus mittels Seil geborgen und entlang dem richtigen Steig ins Tal begleitet. Die Einsatzkräfte waren mit den zwei Personen um 00:30 Uhr am Ausgangspunkt der Suche im Tal zurück. 

Die beiden Spaziergänger waren schlecht ausgerüstet; die Frau hatte Winterstieferl an, der Mann Halbschuhe, sie hatten eine Umhängetasche und eine kleine Trinkflasche bei sich.

Insgesamt waren neun Bergretter der Ortsstelle Mauterndorf und vier Polizisten (davon zwei Alpinpolizisten) im nächtlichen Einsatz. Für eine eventuelle Suche bereits vor Ort in Bereitschaft war ein Mantrail-Hundeführer der Bergrettung Obertauern. 

 

Bericht: Andrea Kocher, Bergrettung Tamsweg

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