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Strobl und Obertauern: Lawinenabgänge

Gleich zwei Lawineneinsätze gab es am Dienstag, 31. Jänner für die Salzburger Bergrettung. Vier Personen überlebten mit teilweise schweren Verletzungen.

Knapp vor 11 Uhr wurden die Strobler Bergretter zu einem Lawineneinsatz am Rinnkogel (1.823m) alarmiert: Ein 42-jähriger Salzburger und sein 43-jähriger Bergkamerad aus OÖ beabsichtigten, über die westliche Rinne, den Rinnkogel zu besteigen. Anschließend wollten sie die Rinne wieder mit ihren Tourenskiern abfahren. Die beiden Alpinisten waren mit kompletter Skitourenausrüstung, Steigeisen, Pickel, Seil, Helm, Gurt und Sicherungsmaterial ausgerüstet. Nachdem sie den Zustieg zur Rinne mit den Tourenskiern absolviert hatten, schnallten sie diese auf den Rucksack und stiegen mit Steigeisen durch die etwa 45 bis 50 Grad steile Rinne auf.

 

Von Schneewächte mitgerissen

Als sie sich, um etwa 10.40 Uhr, in einer Seehöhe von etwa 1.600 m befanden, brach oberhalb von ihnen eine Schneewechte und riss beide Alpinisten mit. Der Oberösterreicher kam in der Rinne vor einem Steilabbruch in einer Seehöhe von etwa 1.200 unverletzt an der Schneeoberfläche zu liegen. Der Salzburger wurde über die Steilstufe mitgerissen und kam schwer verletzt (Oberschenkelbruch, Gesichtsverletzungen) in einer Seehöhe von etwa 1.000 m zu liegen. Nach Erstversorgung durch seinen Kameraden wurde der Mann vom Rettungshubschrauber mit dem 40 m Tau geborgen und ins UKH nach Salzburg geflogen.
Es standen neun Mann der Bergrettung Strobl, Bergrettungshundeführer und zwei Alpinpolizisten der PI Strobl im Einsatz.

Bericht und Bild: Alpinpolizei Strobl, Leitner Hans

Lawinenabgang Obertauern

Kurz danach - um 12:51 Uhr - kam eine Alarmierung wegen eines Lawineneinsatzes für die Ortsstelle Obertauern: Ein Berliner Ehepaar löste beim Aufstieg auf die Glöcknerin (2.433m) ein großes Schneebrett aus; dieses war etwa 300m breit, 500m lang und hatte eine Anrisshöhe von teilweise gut zwei Metern.
Der Mann erlitt beim Abgang nur leichte Verletzungen. Er konnte aber nirgends seine Frau entdecken, deshalb stieg er zur Felseralm ab und alarmierte die Einsatzkräfte. Bergretter aus Obertauern, Mauterndorf, Tamsweg, Radstadt und Altenmarkt und die Bergrettungshundestaffel wurden alarmiert.

 

Keine Bergung durch Hubschrauber möglich

Die Bergretter samt Bergrettungshunden und Alpinpolizisten mussten mittels Skiern zum Lawinenkegel aufsteigen, da aufgrund eines heftigen Ostwindes kein Hubschrauberflug möglich war. Die Berlinerin wurde von den gewaltigen Schneemassen mitgerissen und hatte enormes Glück: Sie wurde nur teilverschüttet und krachte gegen eine Lärche. Die Bergretter und der Notarzt der Ortsstelle Obertauern leisteten Erste Hilfe bei ihren schweren Verletzungen, stabilisierten sie etwas und transportierten sie mittels Akja zur Felseralm ab.
Dort wurde sie vom Roten Kreuz und anschließend vom Team des Rettungshubschraubers Martin 10 weiter ins Krankenhaus Schwarzach transportiert.
Die beiden Tourengeher waren ohne „Notfallausrüstung" - LVS-Gerät, Schaufel und Pieps unterwegs.

Insgesamt waren 33 Bergretter, fünf Bergrettungshunde, sechs Alpinpolizisten, Notarzt und 15 Feuerwehrleute im Einsatz.



Bericht und Bilder (von Obertauern): Maria Riedler/Bergrettung Bischofshofen

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