Zum Hauptinhalt springen

Spontanlawine verschüttete fünf Skitourengeher

Die Tourengeher beim Birgkar (Mühlbach/Hochkönig) wurden teilverschüttet. Drei erlitten Verletzungen. Die Rettungsaktion gestaltete sich sehr schwierig.

Sonntagvormittag um 10.36 Uhr wurde die Bergrettung über die Leitstelle des Roten Kreuz alarmiert: Eine Lawine hatte sich im sogenannten Birgkar (Mühlbach/Hochkönig) auf etwa 1800 Metern südseitig spontan gelöst. Zu dieser Zeit befanden sich fünf Skitourengeher in unabhängigen Gruppen im Aufstieg. Alle fünf Tourengeher wurden von der großen Gleitschneelawine erfasst bzw. teilverschüttet.

„Zuerst war die Situation sehr unklar“, sagt Einsatz- und Ortsstellenleiter der Bergrettung Mühlbach, Wolfgang Haggenmüller,ein Tourengeher galt als vermisst.“ Daher wurden die Bergrettungsortsstellen Mühlbach, Dienten und Bischofshofen alarmiert. Drei Hubschrauberteams (Alpin Heli6, Martin 1 und Libelle) versuchten bei schwierigen Wetterbedingungen – es herrschte starkes Schneetreiben mit extrem schlechten Sichtverhältnisse – zur Unfallstelle zu gelangen, was nicht möglich war.

Mitglieder der Bergrettung bzw. zwei Hundeführer der Bergrettung und eine Hundeführerin der Lawinen- und Vermisstenhundestaffel wurden in die Nähe des Unglücksortes geflogen und stiegen zu Fuß auf.

„Die fünf Verschütteten konnten sich selbst bzw. gegenseitig aus dem Schnee befreien“, schildert Haggenmüller die vorerst unklare Situation. Gegenüber den Einsatzkräften gab man allerdings noch eine weitere verschüttete Person in der Lawine an. Dieser Skitourengeher fuhr allerdings ins Tal und daher konnte erst viel später Entwarnung für die Einsatzkräfte gegeben werden. Aufgrund der hohen Lawinengefahr und der schlechten Witterung gelang es zuerst nicht, die Verletzten mit dem Hubschrauber zu bergen. 

Die Einsatzleitung der Alpinpolizei entschied, dass das Gelände für die Bergung auch für die Einsatzkräfte der Bergrettung zu gefährlich sei. Daher mussten die Verletzten teilweise ein Stück selbst abfahren bzw. absteigen, da auch Skier verloren gegangen waren.

Schließlich gelang es demHubschrauberteam der Libelle, eine kurze Wetterbesserung zu nützen und den letzten Verletzten aus dem lawinengefährlichen Gelände zu bergen. Er wurde ins Krankenhaus Schwarzach geflogen.

Insgesamt standen neben 24 Bergrettern aus Mühlbach, Dienten und Bischofshofen, drei Hundeführer, Alpinpolizei, drei Hubschrauberteams (Libelle, Alpin Heli 6 und Martin1), Freiwillige Feuerwehr samt eines Einsatzleiterfahrzeuges und Mitglieder des Roten Kreuz im Einsatz.

Die fünf Verschütteten stammen aus dem Pongau, aus dem Tennengau, aus Salzburg und aus Wien und sind im Alter zwischen 49 und 67 Jahren. Drei wurden beim Lawinenabgang verletzt. Einsatzende war gegen 14 Uhr.

 

Fotos: Bergrettung

203 Geborgene Personen
(2022 aktuell)
238 Einsätze
(2022 aktuell)
1454 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2022 aktuell)