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Schwierige Bergung für Berg- und Flugretter

Über einen eher ungewöhnlichen Einsatz einer Kooperation von Rettungshubschrauber-Team mit Bergrettern, berichtet Heli Austria Flugretter Gerhard Eder.

"Wir wurden am 09 06 2011 um 16:51 Uhr zu einem Einsatz am Schrankogel auf 3497m mit Martin2 alarmiert. Ein Einsatz wie viele andere, so dachten wir", erzählt Gerhard Eder, Flugretter und Bergretter aus Bischofshofen.
Es sollte aber ganz anders kommen, denn bereits beim Anflug machte es das schlechte Wetter unmöglich, den Einsatzort zu erreichen. "Von der Leitstelle wurden wir darüber informiert, dass die Bergrettung Gries alarmiert worden war. Nach einem kurzen Suchflug (den Einsatzort auf ca. 3150m konnten wir wegen des schlechten Wetters nicht erreichen) entschieden wir uns dafür, in Gries zu landen, um mit dem Einsatzleiter der Bergrettung die weitere Vorgehensweise zu besprechen".

Absturz über Schneefeld
Zwei junge deutsche Kletterer und begeisterte Bergsteiger waren zum Schrankogel aufgestiegen, im Abstieg rutschte einer der beiden aus und stürzte über ein Schnee- und Geröllfeld ab. Der junge Mann blieb nach einem Absturz von ca. 100m schwer verletzt liegen, sein Bruder eilte so schnell er konnte zu ihm, leistete Erste Hilfe und setzte den Notruf ab. Inzwischen war auch die Bergrettung Längenfeld alarmiert und eingetroffen.

Schwierigere Bergung und Versorgung
"In einer perfekten sehr gut koordinierten Aktion und in toller Zusammenarbeit der Bergrettung Gries und Längenfeld - sowie der Crew von Martin2 - begannen wir um ca. 18:00 Uhr mit der Bergeaktion. Von Gries bis zur Amberger-Hütte auf ca. 2150m ging es noch mit dem Jeep, ab da nur mehr zu Fuß, nach ca. 1:40 Stunden erreichten wir die Absturzstelle auf etwa 3150m, bei widrigsten Verhältnissen. Nachdem der Patient von unserer Notärztin versorgt (schwerste Schädelverletzungen) worden war, begann der überaus schwierige Abtransport, um ca. 23:00 Uhr erreichten wir das Tal. Der Patient wurde in die Rettung umgeladen und weiterversorgt (was aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse an der Absturzstelle und während des schwierigen Transportes nur bedingt möglich war) um ca. 00:25 Uhr erreichten wir schließlich die Uni-Klinik Innsbruck und konnten den Patienten übergeben. Um ca. 01:30 Uhr waren wir müde und erschöpft, aber sehr froh darüber einem jungen Mann das Leben gerettet zu haben, wieder am Stützpunkt", so der Bericht von Flugretter und Ausbildungsleiter von Heli Austria, Gerhard Eder.

Foto und Bericht: Gerhard Eder, LFLR und Ausbildungsleiter Heli Austria

 



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