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Schlimm ist es, wenn wir nur Tote finden

Führungswechsel bei der Bergrettung im Pongau: Der Gasteiner Gerhard Kremser folgt Coen Weesjes aus Filzmoos als Bezirksleiter.

(li. C. Weesjes, re. G. Kremser) Alter und neuer Bezirksleiter Pongau bei der Landesversammlung 2019

Es sind große Suchaktionen oder Lawineneinsätze, "wo ich als Bezirksleiter der Bergrettung die Ortsstellen unterstütze", erklärt der neue Bezirksleiter der Pongauer Bergrettung, Gerhard Kremser, seine Aufgaben: "So haben wir immer wieder Einsätze, bei denen mehrere Ortsstellen gefordert sind. " Kremser unterstützt hierfür taktisch und logistisch und auch mitten in der Nacht für den Bezirk die Einsatzkräfte der Bergrettung.

In drei Jahren sechs Tote

Der 49-jährige Kremser war bereits in den vergangenen Jahren Vertreter von Coen Weesjes. Weesjes vertrat neun Jahre lang den Bezirk und ist jetzt "nur mehr" als Ortsstellenleiter der Filzmooser Bergrettung ehrenamtlich engagiert. Gerhard Kremser ist seit Längerem schon als Bergretter in Bad Gastein aktiv und blickt auch alpinistisch auf viel Erfahrung zurück: "Schlimm war bislang nur die Zeit, als ich in drei Jahren in meiner Ortsstelle gleich sechs Tote finden musste", erinnert er sich. "Wie der junge 15-jährige Snowboarder, der bei seiner Abfahrt im freien Gelände über eine 30 Meter hohe Felswand abgestürzt ist. Oder der betrunkene Däne, der beim Wasserfall tödlich abstürzte.

 Ansonsten ist für ihn "jeder Einsatz schön, bei dem wir Menschen in Bergnot helfen können". Besonders in Erinnerung ist ihm jener, bei dem er mit anderen Gasteiner Bergrettern zwei junge Burschen im extremen Gelände fand: "Sie hatten sich beim Abstieg vom Reedsee verirrt und waren abgestürzt. Immer wieder treffe ich einen der beiden und dann sitzen wir gemütlich zusammen."

Schwierige Rahmenbedingungen - steigende EInsatzzahlen

Die Situation für die Bergretter im Bezirk werde aber mit den steigenden Einsatzzahlen nicht einfacher: "Wir müssen schauen, dass wir während der Woche, vor allem tagsüber immer genügend Leute bei größeren Einsätzen zusammenbekommen. Ebenso wird es immer schwieriger, für verantwortungsvolle Führungsfunktionen geeignete Menschen zu finden."

Persönliches:

Im Brotberuf ist Kremser Busfahrer bei den Gasteiner Verkehrsbetrieben. Sein privates Ziel als Alpinist ist die Besteigung aller 55 Gipfel im Gemeindegebiet von Bad Gastein im Sommer, im Winter und jeweils vom Talboden aus - dazu will er noch alle Verbindungsgrate begehen.

Bericht/Bilder: M.Riedler (SN), ÖBRD Salzburg

270 Geborgene Personen
(2019 aktuell)
306 Einsätze
(2019 aktuell)
1381 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2019 aktuell)