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Salzburger Bergrettung im Rampenlicht einer russischen Travel-Show

Filmteam interviewte Bergretter – Sendung im Februar auf Youtube. Ein Filmteam aus Russland hat am 17. Dezember die Landesgeschäftsstelle der Bergrettung in der Stadt Salzburg besucht. Gedreht wurde für die russische Travel-Show „Das Leben der Anderen“ mit teilweise über eine Million Aufrufe.

Die Moderatorin des russischen Fernsehsenders versucht sich an der Kletterwand in der Ortsstelle Salzburg

Landesleiter Balthasar Laireiter stellt sich den Fragen. Die russische "Reiseshow" hat über eine Million Aufrufe.

Der Beitrag aus Salzburg wird im größten russischen Fernsehsender „Erster Kanal, Russland“ ausgestrahlt und ist Februar auf YouTube zu sehen. Die Show hat das Leben von Menschen in verschiedenen Ländern zum Thema. Im Fokus der Drehaufnahmen in Salzburg standen neben persönlichen Erlebnissen die Ausbildung und Einsätze der Bergretter. 

„Wir wollen auf unterhaltsame Art und Weise über das Leben von Menschen berichten. Dabei setzen wir uns zum Ziel, nicht nur die bekanntesten Sehenswürdigkeiten einer Stadt, sondern auch die Besonderheiten des alltäglichen Lebens von einfachen Bürgern zu zeigen“, erklärte Irina Zhuchkova von der Produktionsfirma. Als Interviewpartner standen der Landesleiter der Salzburger Bergrettung, Balthasar Laireiter, und der Flachgauer Bezirksleiter Roland Schimpke bereit.

Die Filmaufnahmen wurden in der Ortsstelle Salzburg gedreht, die sich im selben Gebäude wie die Landesgeschäftsstelle befindet und auch einen Kletterturm für Übungen zur Verfügung hat. Dort versuchte sich die Moderatorin der russischen Produktionsfirma „Aurora Media TV“ an ihren ersten Kletterkünsten, während sie ihre Fragen stellte und die Szenen von einem Kameramann gefilmt wurden. Schimpke und Claudia Hutticher, stv. Leiterin der Landesgeschäftsstelle, beide langgediente Bergretter, demonstrierten an der Kletterwand, wie die Kameradensicherung funktioniert.

Die Crew stellte den Salzburger Bergrettern viele Fragen. Schimpke erläuterte im Interview, welche Anforderungen ein Bergretter erfüllen muss und wie die Ausbildung im Detail abläuft. „Das Filmteam war überrascht, dass die Bergretter für ihren Einsatz keinen Gehalt bekommen“, schilderte Hutticher. Doch außer den vier Mitarbeitern in der Landesgeschäftsstelle ist die Tätigkeit der Bergretter ehrenamtlich. Rund 1.500 Salzburger Bergretter können zu jeder Stunde in den Einsatz gehen, erklärte Landesleiter Laireiter. Im Jahr 2019 gab es mit zirka 700 Einsätzen einen Rekord. 350 Gerettete waren verletzt und 300 unverletzt. 42 Personen konnten nur mehr tot geborgen werden. „Wir leisten auch Tierbergungen und Dienste bei Veranstaltungen.“

Laireiter wurde auch gefragt, welche Bedeutung die Stadt Salzburg für ihn hat. „Sie ist nicht nur der Sitz der Landesregierung und unserer Zentrale, sondern mit den Salzburger Festspielen auch eine Kulturhauptstadt und eine der schönsten Städte der Welt“, antwortete er. Das Filmteam wollte zudem wissen, welcher der schwierigste Bergrettungseinsatz für ihn war. „Das war vor über 20 Jahren in Obertauern. Sieben Kinder wurden von einer Lawine verschüttet. Sechs davon konnten unverletzt geborgen werden.“ Doch für ein Mädchen gab es keine Rettung mehr. Es wurde fast vier Meter tief unter den Schneemassen begraben.

Außergewöhnliche Einsätze stießen auf besonderes Interesse des Filmteams. Die Moderatorin fragte, ob schon einmal eine Frau in den Bergen ein Kind zur Welt brachte und Hilfe von der Bergrettung benötigte. So eine  Geschichte hat sich tatsächlich zu getragen, und zwar zu Weihnachten 2011. Eine Salzburgerin hat auf einer Skihütte auf 1.850 Meter Seehöhe in Wagrain ein Kind geboren. Die Geburt kam überraschend. Eine Ärztin und Notfallsanitäter wurden mit einer Pistenraupe zur Hütte gebracht. Der Ortstellenleiter der Bergrettung von Wagrain, Axel Ellmer, stieg zur Hütte auf, um Mutter und Kind mit weiteren Einsatzkräften sicher ins Tal zu bringen. Die Salzburgerin und ihr Baby waren wohlauf.

Während des Drehs wurden auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen geachtet. Für den Beitrag aus Salzburg bekam das Filmteam auch Videomaterial von Winterübungen der Salzburger Bergrettung zur Verfügung gestellt. Seit Februar 2019 wurden bereits mehr als 40 Episoden, darunter auch in Städten wie Wien, Berlin, München und Genf gedreht. Alle Episoden der Sendung sind mit den englischen Untertiteln auf dem YouTube-Kanal  https://www.youtube.com/channel/UCFGe3bs70DY3bpENODw3Ftg veröffentlicht.

431 Geborgene Personen
(2021 aktuell)
489 Einsätze
(2021 aktuell)
1472 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2021 aktuell)