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Retten und Helfen ist Familientradition

Vater und Sohn. Michael Beran ist mit 23 Jahren der jüngste Flugretter Österreichs. Sein Vater Wolfgang ist Notfallsanitäter beim Roten Kreuz.

 

Wenn der Sohn mit dem Vater: Flugretter Michael Beran und Notfallsanitäter Wolfgang Beran (Foto: Christoph Reiser/SN).

Christoph Reiser Salzburg (SN). Retten liegt bei den Berans offenbar in den Genen: Schon der Großvater engagierte sich in der Bergrettung und beim Roten Kreuz. Vater Wolfgang Beran (50) ist Notfallsanitäter beim Roten Kreuz. Er ist neben seiner Arbeit im Notarztwagen auch bei der Flugrettung engagiert.

Jetzt führt Michael Beran (23) die Familientradition fort: Er ist der jüngste Flugretter in Österreich und steht seit Jahresbeginn bei der Crew des ÖAMTC-Rettungshubschraubers Christophorus 6 im Einsatz. „Für mich ist der Job als Flugretter eine perfekte Kombination aus drei Sachen: Der Luftfahrt, dem alpinistischen und dem medizinischen Bereich“, sagt Michael Beran, als die SN ihn im C6-Stützpunkt auf dem Salzburg Airport besuchen. „Ich war schon als kleiner Bub mit dem Vater auf dem Stützpunkt mit, als die Notarzteinsätze noch mit den Hubschraubern des Innenministeriums geflogen wurden. Bei der Bergrettung in Grödig bin ich schon vier, fünf Jahre dabei. Und die Medizin hat mich nach der Matura stark interessiert.“

Seilbergung im Gelände

Im Brotberuf arbeitet der Salzburger HTL-Absolvent in der Geräteentwicklung bei der Grödiger Firma Skidata. Wie lassen sich Rettungsdienst und Arbeit vereinbaren? „Ich mache in meiner Freizeit vier Mal im Monat Dienst auf dem Stützpunkt. Und mein Teamleiter in der Arbeit unterstützt mein Engagement“, sagt Michael Beran. Einen richtigen Urlaub habe er freilich noch nie verbracht, seit er vor drei Jahren bei Skidata begonnen hat. Die freien Tage wurden von Bergrettungskursen, Diensten beim Roten Kreuz in Hallein und der Flugretter-Ausbildung aufgefressen.
Zehn Leute sind zur Aufnahmsprüfung in Niederöblarn (Stmk.) angetreten, acht kamen durch – ein hoher Schnitt. „Die Aufnahmsprüfung war nicht wirklich leicht. Es gab verschiedene Tests, einen Orientierungsmarsch und vor allem ging es die ganze Nacht über durch, um unsere Belastbarkeit zu überprüfen“, erzählt Beran.
Er ist als Flugretter in der vier Mann starken Hubschraubercrew für alle bergetechnischen Dinge zuständig und führt etwa mit dem Notarzt eine Seilbergung im schwierigen Gelände durch.
Im Team sei er gut aufgenommen worden – vorstellen hat sich Michael Beran nicht müssen. „Ich bin natürlich schon ein bisschen stolz auf ihn. Er hat sich richtig reinknien müssen“, sagt Vater Wolfgang Beran. „Viele Freiwillige hören nach zwei, drei Jahren wieder auf, weil sie die Kurse nicht mehr mit Berufs- und Privatleben vereinbaren können.“
Sein Sohn plant indes schon den nächsten Schritt. Er peilt die Ausbildung zum Notfallsanitäter an, um dann auch in Hubschraubern mitfliegen zu können, die nur mit drei Mann besetzt werden. Die Dauer der Ausbildung: 120 Stunden Theorie, 320 Stunden Praxis. Ein weiterer Kurs neben Flugrettung, Rotem Kreuz und Bergrettung? Was sagt dazu seine Freundin Martina? „Die kennt mich noch nicht so lang“, sagt Michael Beran und lacht.


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Link: Salzburger Nachrichten

 

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