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Postalmklamm-Klettersteig: Schwerer Absturz

Beim Versuch den Postalmklamm-Klettersteig bei Strobl zu durchsteigen, stürzte ein 44- jähriger US-Amerikaner aus Salzburg über einen zehn Meter hohen Wasserfall in ein Bachbett. Der Mann zog sich schwere Verletzungen zu.

Am Vormittag des 18. Juni beabsichtigte der 44-jähriger US-Amerikaner aus Salzburg zusammen mit zwei kanadischen Freunden den Postalmklamm-Klettersteig zu durchsteigen.
Aufgrund des vorherrschenden Regenwetters waren sämtliche Steigabschnitte durchnässt und extrem rutschig.
Unterhalb der Gamsleckenwand trennte sich der 44-Jährige von seinen Freuden und entschied sich, die anstrengende Klettersteig-Passage mit Schwierigkeitsgrad „D“ auf dem markierten Steig zu umgehen.

Schwierige Passage Dschungelbrücke
Der Mann ging seinen Freunden in Richtung Postalm auf dem zwischenzeitlich anspruchslosen Steig voraus. Unterhalb der Braunalm weist der Klettersteig bei der Querung über den Wieslergraben, der „Dschungelbrücke“, die letzte anspruchsvolle Kletterpassage auf. Da der Alpinist bereits erschöpft gewesen, und ihm der Klettersteig in diesem Bereich zu schwierig erschienen sein dürfte, entschloss sich der US-Amerikaner, sich aus der Seilsicherung auszuhängen.
Er wollte ungesichert über einen Felsen klettern und oberhalb des Wasserfalls den Wieslerbach queren. Dabei rutschte er jedoch auf dem regennassen und extrem rutschigen Fels aus und stürzte etwa zehn Meter über den Wasserfall in das seichte, felsige Bachbett.
Er zog sich hierbei mehrere Brüche an beiden Beinen und am rechten Ellbogen zu. Mit letzter Kraft konnte er sich aus dem Wasser auf die steile Böschung schleppen, wo er auf seine Freunde wartete.

Begleiter alarmierten via Notruf
Als diese etwa 15 Minuten später den Schwerverletzten im unwegsamen Gelände entdeckten, alarmierten sie die Leitstelle des Roten Kreuzes Salzburg. In weiterer Folge stiegen zehn Mann der Bergrettung Strobl und zwei Alpinpolizisten der Polizeiinspektion Strobl zum Abgestürzten auf und führten die Erstversorgung und Stabilisierung des Schwerverletzten durch.
Aufgrund der Schwere der Verletzungen und der extremen Unwegsamkeit des Geländes wurde der Notarzthubschrauber C 6 angefordert, welcher die äußerst schwierige Taubergung mittels 40m-Seil unterhalb der genau über die Unfallstelle verlaufenden Hochspannungsleitung durchführte.
Bereits um 14.00 Uhr konnte der 44-Jährige per Hubschrauber in das UKH Salzburg geflogen werden.

Mehr Klettersteig-Unfälle
Ingo Kronawettleitner, Ortsstellenleiter von Strobl:"Wir haben am Postalmklamm-Klettersteig wiederholt Einsätze, auch bereits heuer gab es Bergungen. Wahrscheinlich wird dieser Klettersteig immer wieder unterschätzt. Zuerst sind doch nur eher leichte Passagen zu bewältigen, doch gegen Ende hin folgt eine schwierigere (D-) Stelle. Da sehen wir leider immer wieder, dass den Klettersteiggehern die Kräfte verlassen".

An derselben Stelle ereignete sich genau vor drei Jahren ein Unfall mit ähnlicher Vorgeschichte und Folgen, bei dem sich eine junge Ärztin - ebenfalls aus Angst und  Erschöpfung - aus der Seilsicherung ausgehängt und versucht hatte, den Wieslergraben oberhalb der „Dschungelbrücke“ zu überqueren. Auch diese war über den Wasserfall schwer abgestürzt und musste von der Bergrettung Strobl schwerstverletzt aus dem extremen Gelände per Trage geborgen werden.

Bericht: Robert Ratzinger/Bergrettung Strobl
Fotos: alle Bergrettung Strobl

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