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Noch viel Schnee im Gebirge - Abrutschgefahr bei Bergtouren

Die Schneefallgrenze ist wieder gesunken, auf den höher gelegenen Almen und darüber liegt viel Schnee. Bergsteiger sollten beim Queren von Schneefeldern achtgeben: Es herrscht Abrutsch- und Absturzgefahr.

Die Wandersaison hat schon begonnen. Allerdings sind viele Almen ab etwa 1.500 Meter Seehöhe noch mit Schnee bedeckt, ab 2.000 Meter Seehöhe liegt wegen der kalten Temperaturen und der teils heftigen Niederschläge in den vergangenen Wochen großteils eine geschlossene Schneedecke. Auch wenn das Wetter in den kommenden Tagen besser werden soll, vor allem in schattigen Nordlagen besteht auf hartgefrorenem Schnee Ausrutsch- und Absturzgefahr. Außerdem können immer noch Lawinen abgehen. Auf diese Gefahrensituationen sollen Wanderer und Bergsteiger bei der Planung ihrer Touren achten.

Der Mai war ausgesprochen kühl. Es schneite immer wieder bis in höher gelegene Gebirgstäler herab. Bei der Rudolfshütte (2.317m) in den Hohen Tauern liegt noch über drei Meter Schnee, auf dem Gipfel des Sonnblicks in Rauris (3.105m) mehr als fünf Meter Schnee.

Gefahr des Abgleitens
Bei tiefen Temperaturen wird die Schneeoberfläche eisig und glatt. „Hier besteht die Gefahr des Ausgleitens und Abrutschen - eine der Hauptursachen vieler Alpinunfälle“, warnt Balthasar Laireiter, Landesleiter der Bergrettung Salzburg, vor den Gefahren bei Berg- und Wandertouren. Vor einer Tour in höheren Lagen sollte man sich über die Wegführung und Exposition erkundigen, ob etwa die Strecke über nordseitige und deshalb schattige und kühlere Hanglagen führt. Kann das Abrutschen bereits zu unangenehmen Verletzungen wie Abschürfungen führen, so ist der Aufprall auf Felsen und Felsblöcke am Rand von Schneefeldern meist mit schwerwiegenden Verletzungen verbunden. Das Queren von hartgefrorenen Schneefeldern, auch wenn es nur eine schmale Stelle ist, sollte ohne entsprechender Ausrüstung vermieden werden. „Besser umkehren als ein Abrutschen riskieren“, sagt Laireiter

Ausrüstung wichtig!
Die Gefahr kann durch entsprechendes Schuhwerk (harte, steife Sohle), das Gehen mit Wander- bzw. Skistöcken und im Extremfall durch die Benutzung von Grödel/Steigeisen/Pickel sowie richtiger Gehtechnik und richtiges Verhalten beim Sturz reduziert werden. Besonders am Rand von Schneefeldern und auf eingelagerten Felsen besteht die Gefahr einzubrechen. Hier ist die Schneedecke durch die Erwärmung/Rückstrahlung der Felsen dünner und damit weniger tragfähig. Sprünge in und auf dem Schneefeld sollte man tunlichst unterlassen. Vorausschauendes, vorsichtiges Bewegen kann Unfälle verhindern.

Angemessene Bekleidung und Schutz
Auch wenn sommerliche Temperaturen verlockend sind, beim Begehen von Altschneefeldern ist lange Bekleidung (Hose und Hemdärmel) ratsam. Schneekristalle sind „rasiermesserscharf“, der Schnee ist verunreinigt und Infektionen, langwierige und schmerzhafte Heilungsprozesse sind die Folge.

Tipps zu Frühsommertouren von unserem Landesleiter Stellvertreter Klaus Wagenbichler hier!

Bericht Bundesverband

326 Geborgene Personen
(2019 aktuell)
379 Einsätze
(2019 aktuell)
1392 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2019 aktuell)