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Neuerliche Suche mit Georadar und Dampfsonden nach vermisstem Variantenfahrer

Ein 47-jähriger Skifahrer aus Oberösterreich wird seit einem Lawinenabgang am 13. Februar in Hintersee (Flachgau) vermisst. Bergretter suchten am 5. Juni zwei Lawinenkegeln mit Hilfe einer Dampfsonde und einem Georadar ab.

Die Schneetiefe im Lawinenkegel beträgt fünf bis 20 Meter.

Im Hintergrund die eigentliche Eiskapelle.

Inbetriebnahme der Dampfsonde

Markieren des Suchrasters.

Markieren der Verdachtspunkte.

Markus Keuschnig beim Auswerten auf der Lawine.

Massarbeit im Gelände.

Rastersuche mit Georadar (alle Bilder Estolf Müller)

Am Freitag, 5. Juni, wurde die Suche nach dem Vermissten zunächst wieder im Lawinenkegel im Mühlbachgraben gestartet. Der Landesleiter der Bergrettung Salzburg, Estolf Müller, ersuchte einige Hundeführer aber auch um eine gleichzeitige Suche im Bereich der Eiskapelle.

"Nachdem die Hundeführer einen Ski am oberen Rand des Lawinenkegels fanden und nach einer Verifizierung bei der Familie, dieser Ski eindeutig dem vermissten Skifahrer aus dem Attergau zugeordnet wurde, verlegten wir die komplette Suchmannschaft in den Griesbachgraben“
, so Estolf Müller.

Hier wurde sofort mit der Georadarsuche begonnen, diese musste jedoch am Freitag gegen 20 Uhr wieder negativ abgebrochen werden, nachdem die obere Hälfte mit einem kompletten Raster abgesucht wurde.

"Nach nochmaliger Auswertung der aufgezeichneten Daten durch die Geomorphologen der Universität Salzburg – Markus Keuschnig und Kollegen – werden wir die nächste Woche die zweite Hälfte des Lawinenkegels sondieren“,
meint Landesleiter Müller.

Das Team um Stefan Lackner  - vom Tiroler Rescue Team - stellte zwei Dampfsonden sowie Farbsondierkameras zur Verfügung, um in der bis zu 20 Meter dicken Schneedecke (!!!) Verdachtspunkte zu verifizieren.

Georadar der Uni Salzburg
Mit normalen Stahlsonden ist man in diesem Fall chancenlos, da der Schnee in einer Tiefe von zehn Metern bis zu Eis komprimiert ist.
Mit dem Georadar der Universität Salzburg wird nicht nur – wie in Osttirol und nun in Salzburg – nach Lawinenverunglückten gesucht.
In der Geophysik nützt man dies zur Untersuchung der obersten Schichten der Erdkruste und beim Militär zum Aufspüren von Landminen aller Art.
Um das Radar ruhig und regelmäßig auf der Lawine bewegen zu können, spannen die Einsatzkräfte mit einem Statikseil Bahnen, um das Radar entlang laufen zu lassen.

Die Daten werden dann gleich vor Ort in einen Laptop gespeist und zur Auswertung an die Universität Salzburg geschickt.

Während der Sondierarbeiten wurde das Einzugsgebiet der Lawine von Bergrettern und Hundeführern mit ihren Gefährten zu Fuß und vom Polizeihubschrauber aus der Luft abgesucht.
"Es geht auch darum, endlich Gewissheit für die Familie des Verschütteten zu finden, "fasst Estolf Müller zusammen.

Bei dieser wiederholten Suchaktion waren diesmal zwei Mitarbeiter der Uni Salzburg unter Leitung von Markus Keuschnig, drei Mitarbeiter des Tiroler Rescue System (unter Leitung von Stefan Lackner), zwei Kameraden der Bergrettung Kals (diese setzen dieses System erstmalig erfolgreich bei der Suche eines Franzosen am Großvenediger ein), fünf Mitglieder der Ortsstelle Salzburg, zwölf Grödiger, drei Bad Gasteiner, zwei Bad Hofgasteiner, ein Hüttschlager, ein Wagrainer, ein Annaberger, ein Strobler, drei Halleiner Bergretter und insgesamt vier Hundeführer der Bergrettung im Einsatz.

Fotogalerie (LL Estolf Müller) von Spezialsuche - hier...


Link zu Tiroler Rescue Team - Dampfsondenverfahren...


Archivberichte:

Neuerlich ergebnislose Suche...

Aufruf Hinweise für Suche... 

Suche nach Vermisstem...

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