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Mühlbach: Belgier in Kletterroute beschäftigten Bergrettung

Über drei Tage standen Mühlbacher Bergretter wegen zwei Kletterern am Gr. Bratschenkopf im Einsatz bzw. in Einsatzbereitschaft.

Die Kletterroute "Freier als Paul Preuss" - im Bild von @Albert Precht markiert.

„Wir haben erstmals am Donnerstagabend von verschiedenen Meldern eine Alarmierung aufgrund von Lichtzeichen bekommen“, schildert Wolfgang Haggenmüller, Ortstellen- und Einsatzleiter von Mühlbach.

Die zwei Belgier im Alter von 24 und 28 Jahren waren bereits am Mittwoch über die Kopphütte (Mühlbach am Hochkönig) zur Kletterroute „Freier als Paul Preuss“ am Großen Bratschenkopf (2857 Meter) aufgebrochen. Diese Route führt durch die höchste Wand des Hochkönigstocks, weist eine Kletterlänge von 1100 Metern auf und einen Schwierigkeitsgrad 7 (bei AO ist der 6. Grad zwingend), vorwiegend zwischen 5- und 5 + - siehe genaue Routen-Beschreibung anbei.


 „Wir haben die Lichtzeichen dann bis Mitternacht beobachtet, konnten aber Bewegungen in der Wand sehen. Die Flugeinsatzstelle der Polizei Salzburg schickte einen Hubschrauber, der in der Gegend unterwegs war, ebenso vorbei, doch es konnten keine Probleme festgestellt und der Einsatz wieder beendet werden.“ 


Am Freitagabend wurde die Ortsstelle Mühlbach wieder informiert: Das Auto der Belgier stehe bereits seit Tagen am Parkplatz und am Mittwoch hätten sich die beiden belgischen Brüder bei der Kopphütte über die Kletterroute informiert. „Da auch Schlechtwetter prognostiziert wurde, haben wir dann über die Alpinpolizei den Vater der beiden Belgier telefonisch erreicht. Er gab an, dass er zu seinen Söhnen telefonisch Kontakt hätte. Die Kletterroute sei zwar schwierig, aber bei den Brüdern sei alles in Ordnung.“

Die beiden Männer hätten in einem Zelt in der Kletterroute übernachtet und seien wohlauf.
Am Sonntagfrüh wurde die Bergrettung Mühlbach jedoch wieder alarmiert: Der Vater gab an, dass er keinen Kontakt mehr zu seinen Söhnen hätte. „Einige unserer Bergretter sind wieder in Richtung dieser Route aufgestiegen. Sie haben allerdings nichts gesehen oder gehört. Als wir gerade über den weiteren Suchvorgang mit der Polizei beraten haben und erste Hubschrauber verständigt wurden, bekamen wir die Nachricht, dass die beiden Belgier bei der Mitterfeldalm übernachtet hätten. Sie seien erst spätabends dort erschöpft angekommen und hätten sich deshalb erst spät beim Vater gemeldet.“


Die Bergrettung bittet in diesem Zusammenhang Bergsteiger um Weitergabe von Informationen, falls man solch schwierige und längere Routen über Tage gehen zu plant: „Wir haben viele Meldungen zu Lichtzeichen bekommen. Letztlich hat uns die Tour der Burschen drei Tage lang beschäftigt.“
 

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