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Margherita Spitze, 5.109m, Uganda

Nebelberge und Regenmacher. Wenn Bergretter reisen… dann geht es manchmal auch mit Gummistiefel auf den dritthöchsten Gipfel Afrikas, die im Ruwenzori Gebirge in Uganda liegende 5.109 Meter hohe Margherita Spitze.

Im Dezember machten Irmi (Ortsstelle Grödig/Radstadt) und ich (Ortsstelle Salzburg) uns auf den Weg zum dritthöchsten Berg Afrikas. Ein achttägiges Dschungeltrekking am Äquator mit Tiroler Freunden unter der Leitung von Ingo Kroath das es in sich hatte. Die Anforderungen: Gute Kondition, Höhentauglichkeit, Umgang mit Seil, Pickel, Steigeisen, leichte Kletterei im Gipfelaufbau, Teamfähigkeit und vor allem Wetter – und Sumpfbeständigkeit.

16 Tage waren für das Abenteuer nahe der Grenze zum Kongo eingeplant. Davon acht Tage für die Besteigung des höchsten Berges in Uganda. Ruwenzori bedeutet in der Sprache des hier lebenden Bakonjo Stammes „Regenmacher“.  Ein Name, dem das Massiv alle Ehre machte. Es regnet durchschnittlich an 320 Tagen im Jahr. Aber als echter Salzburger kann man mit ein bisschen Regen umgehen – dachten wir.

Unterwegs am Circuit Trail

Am 2.12. ging es nach Registrierung im Park HQ, Abwiegen des Gepäcks und mit Trägern los. Wir hatten uns für den Central Circuit Trail -mit Abstecher auf die Margherita Peak - entschieden. Bei dieser klassischen Rundtour durchquert man die landschaftlich attraktivsten Kernzonen des Nationalparks:  Urwald, Riesenlobelien und –senezien, Baumheide, Moore, Seen, Gletscher.  Die hier entspringenden Wasserläufe gelten als die höchstgelegenen Nilquellen. Fremdartig und beeindruckend.

Morastige Fehltritte mit Folgen

Mit Märschen um die sechs Stunden erreichten wir am dritten Tag die Bujuku Hut auf 3.870. Hinter uns lagen drei Tage mit anstrengend konzentriertem Stapfen durch teilweise knietiefen Sumpf und Balancieren über schräge nass - rutschige Holzstege, wie etwa durch den Bigo Sumpf und am Bujukusee entlang. Ein Fehlttritt, und hilfloses Versinken bis über die Stiefelkanten im Morast war  die Folge. Sumpf und tägliche Regenschauer machten Gummistiefel und Regenjacke nun endgültig zu den wichtigsten Bekleidungsstücken. Nach einem nicht mehr erwarteten strahlend sonnigen Akklimatisationstag mit Besteigung des Mount Speke (4.890) ging es dann am fünften Tag  zur Elena Hut auf 4.540 Meter, Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung am nächsten Tag.

Ewiges Eis am Äquator

Vier Uhr früh Abmarsch, leichte Kletterei  in der Dunkelheit, dann über Schneefelder, Anlegen der Steigeisen im teilwiese vereistem Felsgelände, Aufstieg am Seil  den Gletscher hoch, unter einem Eiszapfenvorhang durchkriechend, danach wiederum leichtes Klettergelände. Um etwa neun Uhr  stand die ganze Gruppe am Gipfel. Dieser präsentierte sich wolkenverhangen aber immer wieder Ausblicke in den Kongo, die Kitandaraseen und die umliegenden Berggipfel  freigebend.

Regenreicher Abstieg

In zwei regenreichen Tagen mit hochkonzentriertem Steigen über rutschigen und sumpfiges Gelände durch die faszinierende Vegetation des Bergurwaldes  erreichten wir dann wieder den Ausgangspunkt beim Headquarter.

Dass man einen Berg auch in Gummistiefel – und das durchaus bequem - besteigen kann war für uns eine neue Erfahrung. Ebenso wie die Tatsache das permanenter Regen und ständig konzentriertes Gehen wegen Sumpf und rutschigem Gelände anstrengender sein können als eine Kletterei in den Alpen. Nur für die Gipfeletappe machten die mitgebrachten Bergschuhe mit Gletscherausrüstung Sinn. Die anschließende Begegnung mit den Berggorillas war dann der zweite Höhepunkt der Reise.

Weitere Bilder findet Ihr in unserer Bildergallerie

Bericht: Claudia Hutticher
Bilder: Claudia Hutticher / Irmi Üblagger

Daten Circuit Trail - Mt. Speke - Margherita Peak:

  • Tag 1: Nyabitaba Hut (2.632m): 9,82 km, 1054 Hm
  • Tag 2: John Mate (3.414m) : 8,34 km, 933 Hm
  • Tag 3: Bujuki Hut (3.870m): 7,65 km, 569 Hm
  • Tag 4: Mt Speke (4.890m): Akklimatisationstour 7,02 km, 952 Hm
  • Tag 5: Elena Hut (4.540m): 5,8 km, 959 Hm
  • Tag 6: Peak Margharita (5.109m): 5,9 km, 687 Hm, Abstieg 687
    Abstieg weiter zur Kitandara Hut (3960 m); 4,3 km,  Abstieg 661 m
  • Tag 7: Guy Yeoman Hut (3260m): 6,85 km, 332 Hm hinauf, 855 Hm hinunter
  • Tag 8: Gate (1.646m): 13,8 km, 92 Hm hinauf, 1747 Hm hinunter
618 Geborgene Personen
(2019 aktuell)
671 Einsätze
(2019 aktuell)
1416 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2019 aktuell)