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Mantrailerkurs am Tauern

Vier Tage lang trainierten unsere Mantrailerteams bzw. Personenspürhunde am Tauern. Unter der Leitung der Trainer der GBMA.

Pinzgauer Team verfolgt 24 Stunden alten Trail in einem schwierigen Abgangsbereich - Wildgehege Untertauern...

Nano sucht von einer belebten Almhüttenterrasse weg.

Das "junge" Team aus Bad Hofgastein.

Junghund Ares ist auf einem drei Stunden alten Trail auch durch Schnauzenkontakt mit Elektrozauns kaum zu bremsen...

Referent Charly Egger als "Gefundener" unter vielen anderen Gästen auf der Hochalmterrasse.

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Wir freuten uns, dass Jürgen Conrad und Susi Conrad wiederholt mit uns trainierten - mittlerweile sind es auch schon fast sieben Jahre gemeinsames Training. Jürgen Conrad hat als Leiter einer deutschen Polizei-Diensthundestaffel, als Rauschgiftspürhundeführer, als Fährten-, und Schutzhundeführer unzählige Einsätze und ebenso viele großartige Erfolge zu verbuchen. Er besitzt zum Thema Mantrailing umfangreiches praktisches und theoretisches Wissen, da er hierzu bereits seit den 70er Jahren mit unterschiedlichsten Hunden arbeitet. Sein Lob an unserer Staffel freut uns besonders:
„Es sind enorme Fortschritte in unseren Teams zu sehen und die gezeigten Suchleistungen waren in einem hohen Bereich“, meinten der Ausbildungsleiter der Bergrettungs-Mantrailer, Herbert Deutinger und ebenso GBMA Trainier Jürgen Conrad.
Wir möchten uns vor allem bei unseren vielen freiwilligen „Vermissten-Opfern“ bedanken - allen voran danken wir unserem Referenten Charly Egger und ebenso herzlichst Heini Laimer und Albert Rohrmoser. Und ebenso Lokalmatador und Ausbildungsleiter Christian Binggl, der wieder einmal neben der Sucharbeit auch viel organisatorische Arbeit für uns zu bewältigen hatte.

 

Thema Mantrailing/Personenspürhunde

Wir möchten zu diesem Thema vor allem eines festhalten: Hobby- und Profitraining werden hier leider oft vermischt. Und sehr vieles hat mit der „individuellen Personensuche“ im realen Einsatz - wo es um Rettung von Menschenleben geht - nichts mehr zu tun.

 

Menschenleben versus Mantrailerboom
Die Möglichkeiten, die eine solche Ausbildung des Hundes bieten, sind zweifellos faszinierend und so ist bei einigen Hundefreunden auch in Salzburg und Österreich ein regelrechter „Mantrailerboom“ ausgebrochen. Als Beschäftigung mit dem Hund ist es auch eine tolle Angelegenheit. Doch jemand, der dies nicht nur als sportliche Hundebeschäftigung betreibt, sollte sich bewusst sein, dass es hier im Ernstfall um Menschleben geht. Es gibt leider zunehmend private Hundefreunde, die sich heillos überschätzen und mit ihren Hunden in den Einsatz gehen (!!). „Ich denke, dass sie bei Organisationen wie der GBMA und anderen internationalen Organisationen nicht einmal den Eignungstest überstehen würden“, so Conrad.

 

Training mit enormen Aufwand
Die Fähigkeit, winzige Geruchspartikel zu unterscheiden und zu speichern, ist bei vielen Hunderassen vorhanden, doch es gibt entscheidende Unterschiede. So werden für Personenspürhunde vor allem Bloodhounds und Jagdhunderassen eingesetzt. Ihre Trümpfe sind Ausdauer und Leidenschaft für das Suchen und Jagen.

Hat ein Mantrailer erst einmal Witterung aufgenommen, folgt er der gesuchten Person mitunter viele Kilometer - ohne müde zu werden. Er orientiert sich dabei an winzigen Hautpartikeln, Schuppen oder Schweißtröpfchen, die der Mensch unablässig verliert, die an Pflanzen, Hauswänden oder im Straßenstaub hängen bleiben. Die Spur ist für den Hund sogar erkennbar (riechbar), wenn die Zielperson mit einem Fahrrad unterwegs ist.

 

Begriff: Das Wort Mantrailing stammt aus dem Englischen und setzt sich zusammen aus „Mensch“ (man) und „verfolgen“ (trail). Übersetzt bedeutet Mantrailing also „Personensuche mit Personenspürhunden“. Personenspürhunde werden als „Mantrailer“ bezeichnet, wenn sie in der Lage sind, Gerüche voneinander zu unterscheiden und trotz vieler Ablenkungen in der Umgebung einen Geruch über längere Strecken auf unterschiedlichem Terrain zu verfolgen.


Was riecht der Personenspürhund?
In jeder Minute verliert ein Mensch kleinste Partikel: Haut- und Haarschuppen, Haare, Speicheltröpfchen, Schweiß, Atem, Teile der Kleidung (Fussel) und Bakterien in fester, flüssiger oder gasförmiger Form. Dabei entsteht ein einmaliges Geruchsprofil. Bewegt sich der Mensch, hinterlässt er dabei eine Geruchsspur, die sich durch die Schwerkraft langsam absetzt und den sogenannten Trail, also die Spur, bildet.

 

Bericht: Maria Riedler

Fotos: Susi Conrad und Maria Riedler

 

 

356 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
441 Einsätze
(2020 aktuell)
1429 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)