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Lungauer im Hinteren Weißpriachtal tödlich verunglückt

Großangelegte Suchaktion der Bergrettung nach vermissten Bergsteiger.

Der Wirpitschsee im hinteren Weißpriachtal.

Mitglieder der Bergrettung Obertauern vor Einsatzbeginn. (alle Foto: Maria Riedler/Bergrettung Bischofshofen)

Mit dem traurigen Ergebnis einer Totbergung endete für die Einsatzkräfte der Bergrettung Lungau am 24. September, um zirka 17 Uhr, eine Suchaktion, zu der sie bereits am späten Abend des 23. Septembers aufbrachen. Alarm geschlagen wurde, weil ein 42-jährige Mariapfarrer nicht wie angekündigt am Nachmittag von seiner Bergtour im Hinteren Weißpriachtal zurück gekehrt war.

Die Vermisstenmeldung machte ein Freund, der mit dem Mariapfarrer am Vormittag zum Wirpitschsee (1699m)gefahren war. Von der dort gelegenen Toni-Mörtl-Hütte war der Bauarbeiter, der noch am Abend zur Arbeit in die Schweiz aufbrechen wollte, alleine zur Tour vom Wirpitschsee Richtung Tiefenbachsee aufgebrochen. Es sei noch beobachtet worden, dass er von dort aus eine von mehreren mögliche Routen eingeschlagen hatte. Auf diesen bestimmten Weg stützten sich später auch die Einsatzkräfte: Zunächst, nach Alarmierung über Polizei und Bezirkshauptmannschaft, nach 20 Uhr abends, wurde die Ortsstelle Mauterndorf zur Suche alarmiert. Bei diesem nächtlichen Einsatz blieben alle Versuche erfolglos. Um zirka halb drei Uhr morgens wurde die Suche unterbrochen.

Der Einsatz wurde am Vormittag des 23. Septembers fortgesetzt, es wurde seitens der Bergrettung Bezirksalarm gegeben.
Inzwischen meldete sich auch ein Augenzeuge, der den Vermissten noch gesehen haben will. Schwierig aber blieb die Suche „in einem riesengroßen Gebiet,  das in einem strukturierten Einsatz, mittels Kettensuche durchkämmt wurde“, so der Lungauer Bergrettungschef Balthasar Laireiter.

Nach vielen Stunden der anstrengenden Suche im schwierigen Gelände fiel am späten Nachmittag schließlich noch die Entscheidung, ein letztes Mal von der Toni-Mörtl-Hütte aufwärts zu suchen. Dann wurde ein Zwei-Mann-Trupp fündig: Der Vermisste trieb leblos am Wirpitschsee, unweit der Toni-Mörtl-Hütte, nahe am Ufer. Wie die Umstände vermuten lassen, war möglicherweise ein medizinischer Notfall der Grund für den Sturz ins Wasser.

Neben der Alpinpolizei und dem Hubschrauber-Team der Flugeinsatzsstelle Salzburg standen rund 25 Kameraden der Lungauer Bergrettung im Einsatz. Zur Unterstützung eilten außerdem fünf Hundeführer. Auch die Kameraden der Ortsstelle Obertauern suchten das Gebiet vom Hundskogel Richtung Weißpriachtal ab. Die Bergung des Toten aus dem Wirpitschsee wurde im Beisein der Alpinpolizei vorgenommen.

Andrea Kocher/Ortsstelle Tamsweg

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