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Island Peak, 6.189m, Nepal

All Lucla Flights are delay due LUCLA weather! Noch besteht Hoffnung. Dann das endgültige Aus. Alle Flüge nach Lucla sind für heute gestrichen. Ein Raunen geht durch die wartende Menge. Das stundenlange Warten war umsonst. Es geht wieder zurück ins Zentrum von Kathmandu.

 

Zwei Tage später ist es dann soweit! Wir – vier Bergretter der Ortsstelle Salzburg, Landesleiter Stv. Klaus Wagenbichler und Freunde – landen sicher auf dem gefährlichsten Flughafen der Welt in Lucla: Kurze Landebahn schräg bergauf, am Ende eine beindruckend senkrechte Steinwand!

 

Von nun an gibt es nur mehr Wandern – Essen – Schlafen - Spaß, und das 18 Tage lang. Als Höhepunkt unserer Trekkingtour im Gebiet rund um den Mount Everest ist die Besteigung des 6.189 Meter hohen Island Peak geplant.

 

Ausflüge zum Akklimatisieren

Vom Ausgangspunkt Lucla geht es über vielfrequentierte Wege und nach einem ersten Blick auf den Gipfel des höchsten Berges der Welt, den Mount Everest, nach Namche Bazaar, der berühmten Hauptstadt der Sherpas. Vom 3.440 Meter hoch gelegenen Dorf wandern wir zum Akklimatisieren in Tagesausflügen vorbei an Stupas, Manimauern und der Hillary School auch nach Thame auf etwa 3.820 Meter.  Nach einem letzten Cappuchino und Kuchen aus deutscher Bäckerei und einer relativ warmen Nacht in Namche wird die Reise nun allerdings zusehends einsamer und kälter.

 

Pässe und Aussichtsfünftausender im Khumbu

In einer Schleife von Südwesten nach Nordosten durchqueren wir nun bei strahlend blauem Himmel das Khumbu. Pässe und Gipfel wechseln, die Höhe steigert sich kontinuierlich, das Essen – Kartoffeln, Reis, Nudeln mit Gemüse in mindestens dreißig Varianten - bleibt beruhigend gleich, das Everest Bier sowieso. Nur die Eisblumen an den Innenfenstern der Lodges nach kalten Nächten werden von Tag zu Tag dicker.

 

Dann der Renjo La Pass: Mit 5.417 Metern ist er die erste Bewährungsprobe für uns. Verträgt jeder die Höhe oder muss einer von uns umkehren?  Um fünf Uhr früh ist Aufbruch. Durch immer tiefer werdenden Schnee windet sich der schmale Steig durch Felsstufen zum Pass hinauf. Alle haben es geschafft! Als unerwartet kräfteraubend und schwierig stellt sich allerdings der Weg hinunter nach Gokyo heraus –ein Rutschen, Gleiten, Fluchen im Schnee dass es eine Freude ist. Zehn Stunden später dann die Ankunft in der Lodge.

 

Der höchste Berg der Welt zum Greifen nah

Als nächste Herausforderung ist der einsame Cho La Pass mit seinen 5.330 Metern zu überwinden. Für die perfekte Akklimatisation steht anschließend der 5.550 Meter hohe Kala Pattar auf dem Programm. An höhenkranken Trekkern vorbei ist sein windumtoster Gipfel rasch erreicht, die Wände des Mount Everest zum „Greifen nah“ und der Ausblick auf den Khumbu Gletscher umwerfend. Am nächsten Tag wandern wir zur Hochalm Chhukhung, dem Ausgangspunkt für den Gipfelversuch.

 

Sechs Stunden und tausend Höhenmeter zum Gipfelglück

Basislager. Zwei Uhr früh. Rund um die Zelte im 5.100 Meter hohen Basislager tut sich was. Vier Stunden steigen wir in Dunkelheit und Kälte über Schutt und steile Schotterkare auf. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen ist der Gletscher erreicht. Steigeisen anziehen, anseilen, weitergehen. Dann stehen wir vor der 45 Grad steilen Eisflanke. Es sind mehrere Fixseile gelegt und wir jummern uns eine kräftezehrende Stunde dem Gipfel des Imja Tse, wie die Sherpa den Island Peak nennen, entgegen. Nach sechs Stunden und einigen letzten Metern über den steilen Gipfelgrat haben wir die 6.189 Meter hohe Spitze erreicht, belohnt mit einem unglaublichen Panorama auf die Bergriesen des Himalaja.

 

Die glücklichen Gipfelsieger Anni, Marina, Claudia, Roland und Klaus sowie Gerald!

 

Text: Claudia Hutticher

Bilder: Wagenbichler, Schimpke, Hutticher

 

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