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Hochkönig: Große Suchaktion nach Vermissten

Vermisster Bergsteiger vom Hochkönig nach großem nächtlichen Sucheinsatz am nächsten Tag nur mehr tot geborgen

 

Hundeführer der Bergrettung werden ins Birgkar geflogen. (Foto: Bergrettung Salzburg/Maria Riedler)

Der deutsche Bergsteiger konnte leider nur mehr tot geborgen werden. (Foto: Bergrettung Salzburg/Maria Riedler)

Am Abend des 2. Juli, um 21 Uhr wurde die Bergrettung Mühlbach, Dienten, Bischofshofen und Werfen zu einem Sucheinsatz am Hochkönig gerufen.
Ein 59-jähriger Heidelberger wurde von seiner Frau abgängig gemeldet. Er war allein zu einer Tour auf den langen und dadurch relativ anspruchsvollen Klettersteig „Königsjodler“ (1.700 Klettermeter) aufgebrochen.

Vermisster meldete sich noch bei seiner Frau
Um etwa 13:30 Uhr, noch vor dem schweren Gewitter, hatte sich der Deutsche telefonisch bei seiner Frau gemeldet und ihr mitgeteilt, dass er versuchen wolle, auf den schnellstmöglichen Weg abzusteigen.

Nachdem die Ehefrau ihren Mann gegen Abend nicht mehr erreichen konnte, wurde die Polizei bzw. Bergrettung Mühlbach alarmiert. In der anbrechenden Nacht stiegen 35 Bergretter aus Mühlbach, Werfen, Dienten und Bischofshofen über das Birgkar, vom Dientner Sattel mit Notarzt und Sanitäter auf den Hochkönig auf. Auch die Suchhundestaffel wurde alarmiert. Eine weitere Mannschaft von Bergrettern suchte bei völliger Dunkelheit von der Erichshütte über den Kamin das schwierige Gelände ab. Ein Hubschrauber des Innenministeriums flog noch bei einbrechender Dunkelheit mit Wärmebildkamera auf den Hochkönig.

Suchaktion dauerte ganze Nacht
„Für die Einsatzkräfte der Bergrettung war die Suche in der Finsternis extrem. Es liegt teilweise noch sehr viel Schnee in diesem steilen und sehr exponierten felsigen Gelände“, schildert der Ortstellenleiter von Mühlbach, Thomas Knöpfler.

Nachdem die Suche nach dem Vermissten die ganze Nacht andauerte aber leider erfolglos war, brachen bereits am frühen Morgen wieder Bergretter aus Bischofshofen, Mühlbach, Werfen und Dienten und sieben Hundeführer der Bergrettung und zwei der Vermisstensuchhundestafffel zum Sucheinsatz auf.

Bergsteiger nur mehr tot geborgen
Ein Hubschrauber des Innenministeriums flog Hundeführer der Bergrettung auf den Hochkönig. Dabei entdeckte die Mannschaft des Hubschraubers um etwa 9:39 Uhr den Vermissten unterhalb des Kematsteins (oder Kummetstein/ 2.772m) in einer Rinne. „Er dürfte beim Abstieg über das Birgkar abgestürzt sein“, so Thomas Knöpfler. Insgesamt waren an der großen Suchaktion 37 Bergretter/innen und drei Alpinpolizisten beteiligt.
Die Frau des Bergsteigers wurde vom Notfall-Psychologen der Bergrettung Salzburg, Dr. Johann Kirschner, begleitet.

Maria Riedler

556 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
634 Einsätze
(2020 aktuell)
1423 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)