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Hallein: Bergung einer Verunglückten im Bereich Wiestal

Ein Mitglied einer Canyoninggruppe verletzte sich am Knöchel und wurde von Bergrettern aus Hallein erstversorgt.

Versorgung der Patientin am Klammausstieg

Unfallort

Die Bergrettung Hallein wurde um 15:46 per SMS verständigt, dass eine verletzte Person im Bereich Wiestal zu bergen sei. Nach der Übernahme des Einsatzes konnte telefonisch mit dem Team des Verunfallten Kontakt aufgenommen werden und es wurde mitgeteilt, dass sich eine etwa 55- jährige Frau aus Deutschland eine Knöchelfraktur zugezogen habe und eine Bergung daher erforderlich sei. Als Unfallpunkt wurde der Ausstieg der Wiestalklamm gemeldet.

Die Frau war mit einer geführten Canyoninggruppe unterwegs, die Patientin konnte von den Tourbegleitern erstversorgt werden. 

Die Bergrettung Hallein rückte mit 14 Mann aus und konnte eine Versorgung des Unfallopfers zur Stabilisierung durchführen, unterstützt durch den Bergrettungsarzt  Paul Wilhelm.

Die unverletzten Mitglieder der geführten Canyoninggruppe konnten gemeinsam mit den Tourführern selbstständig die Klamm verlassen.

Aufgrund der widrigen Witterungsverhältnisse mit schauerartigen Regenfällen und tief liegenden Wolken, deren Untergrenze bis zur Klammschulter reichte, war der Einsatz des Rettungshubschraubers C6 nicht sicher, sodass eine terrestrische Bergung vorbereitet wurde.
Gegen 16:15 kam es zu einer temporären Wetterbesserung und der Rettungshubschrauber C6 konnte eine Bergung mittels 60 m Tau durchführen und die Patientin anschließend in das Krankenhaus transportieren. 

Während des Einsatzes wurde die Patientin stabilisiert und wärmebehandelt, da es aufgrund der Durchnässung in der Klamm, trotz des Neoprenanzuges, zu einer starken Auskühlung gekommen ist. Zum Zeitpunkt des Unfalles herrschten starken Regenfälle.

Aufgrund der stark steigenden Unfallzahlen aus der Wiestalklamm, welche von mehreren Outdoor- Canyoningunternehmen geführt werden, musste die Ortsstelle Hallein an mehreren Bereichen der Klamm Abseilstellen von der Wiestalstraße einrichten, welches es erlauben kurzfristig mit Notfallausrüstung (vor allem zur Wärmebehandlung) zu allen Bereichen der Klamm zu gelangen. Die Bergung der verunfallten Personen erfolgt im Regelfall mittels Hubschrauber Taubergung. 

Wenn ein Abtransport mittels Hubschrauber- Taubergung nicht möglich ist, so wird die Canyonig- Einsatzgruppe der Bergrettung alarmiert und zur Bergung beigezogen.

Bei den Bergungen in Klammen ist besondere Rücksicht auf Steinschlag zu nehmen, wobei dieser durch der Steinschlag „down wash“ während des Hubschraubereinsatzes massiv verstärkt wird. Aus diesem Grund wird versucht vor dem Hubschraubereinsatz Personen aus steinschlaggefährdeten Bereichen fernzuhalten. Die Bergrettung ersucht daher Besuchern der Klamm den Empfehlungen der Retter hinsichtlich des Aufsuchens steinschlagsicherer Bereiche (Nischen) zu folgen. 

Bergungen in Klammen stellen eine besondere Herausforderung für die Einsatzkräfte der Bergrettung dar, wobei der Focus auf eine rasche Versorgung der Verunfallten gelegt wird. Bei Bergungen durch Rettungshubschrauber erfolgt diese mittels Taubergung. Die Bergrettung ist auch in der Lage, terrestrische Bergungen, gemeinsam mit der Cayoninggruppe der Bergrettung Salzburg aus den Klammen durchzuführen.

   

Bericht und Bilder: Wolfgang Gadermayr, Bergrettung Hallein (Bez.Leiter Stv., OST Leiter Stv.)

516 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
600 Einsätze
(2020 aktuell)
1428 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)