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Fusch: Tödlicher Absturz Gleiwitzer Höhenweg

Ein 41-jähriger slowakischer Bergsteiger verunglückte am 29. Oktober bei einer Tour am Gleiwitzer Höhenweg tödlich. Er stürzte etwa 400 Meter über eine steile Felswand ab.

Der Slowake dürfte mit einer abbrechenden Schneewechte über eine steile Felswand in das etwa 400 Meter tiefer liegende Gamskar abgestürzt sein. (Foto: Bergrettung Fusch)

Der Slowake unternahm mit seinem 31-jährigen tschechischen Bergkameraden eine Bergtour von der Gletscherbahn Kaprun zur Gleiwitzerhütte.

Die beiden nächtigten dort und wollten am Samstag, den 29. Oktober, über den Gleiwitzer Höhenweg zum Kempsenkopf aufsteigen bzw. anschließend weiter zum Mooserboden absteigen.

Nach der oberen Jägerscharte machte der slowakische Bergsteiger eine kurze Rast, währen sein tschechischer Begleiter weiter Richtung Kempsenkopf aufstieg.

Nachdem sein Kollege nicht mehr nachkam, drehte der Tscheche nach etwa 10 Minuten Wartezeit um und fand nur mehr den Wechtenbruch und Fußspuren vor.

Der slowakische Bergsteiger dürfte gegen 10:30 Uhr, während einer kurzen Rast oder beim Aufstieg - vermutlich mit einer abbrechenden Schneewechte -, über eine steile Felswand in das etwa 400 Meter tiefer liegende Gamskar abgestürzt sein.

Der Tscheche konnte nicht sofort die Rettungskräfte alarmieren, weil in dem entlegenen Bereich sein Handy keinen Empfang hatte. Er musste weiter bis zur Gleiwitzerhütte absteigen, bis es eine Handynetzverbindung gab, und konnte erst von dort einen Notruf absetzen.

  

Die alarmierten Bergretter der Ortsstelle Fusch, Alpinpolizei und ein Hubschrauberteam des Innenministeriums konnten den Abgestürzten schließlich finden. Wegen des starken Windes war eine Hubschrauberlandung und Bergung des Toten erst am späten Nachmittag möglich.

„Wir waren sehr froh, dass wir die Bergung noch mit dem Hubschrauber machen konnten“, so Paul Hasenauer, der Ortsstellenleiter der Bergrettung Fusch, „weil eine terrestrische Bergung aufgrund des abgelegenen und nur sehr schwer zugänglichen Gamskarkeeses am Samstag sonst kaum mehr möglich gewesen wäre.“

 


Die Bergrettung appelliert an alle Bergsteiger:
„Aufgrund der winterlichen Verhältnisse - Wege eingeschneit bzw. nicht mehr erkennbar, Stahlseilsicherungen in den exponierten Bereichen eingeschneit, keine Wegfindung mehr möglich, überwechtete Gratbereiche bzw. westseitig lawinengefährdete Bereiche - raten wir dringend von einer Begehung des Gleiwitzer Höhenweges ab!“

 

Anmerkung: ziemlich genau an der Absturzstelle konnte im August 2014 ein britischer Bergsteiger mit verschlissenen Turnschuhen (!!!) unverletzt bei ähnlichen Verhältnissen geborgen werden ...

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