Zum Hauptinhalt springen

Felskurs Passauer Hütte

Der erste Felskurs der Bergrettung Salzburg (27. Juni bis 3. Juli) in diesem Jahr war auch der erste Bergrettungskurs im Land Salzburg nach dem Corona-Lockdown. Als Kursstandort diente die Passauer Hütte auf 2.051 Meter Seehöhe in den Leoganger Steinbergen.

Übung: Bergung eines Verletzten aus einer Doline. Foto: Manuel Schlager

Ausbildner Ingolf Hammerschmied klettert aus den "Teufelslöchern" beim Leoganger Nord Klettersteig.

In den "Teufelslöchern" beim Leoganger Nord Klettersteig

Der erste Felskurs der Bergrettung Salzburg in diesem Jahr war auch der erste Bergrettungskurs im Land Salzburg nach dem Corona-Lockdown. Als Kursstandort diente die Passauer Hütte auf 2.051 Meter Seehöhe in den Leoganger Steinbergen. Bereits am Treffpunkt in Weißbach bei Lofer war für die 18 Teilnehmer ersichtlich, dass wegen der Coronapandemie auch auf den Bergen Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung mit dem Virus notwendig sind.
Kursarzt Ludwig Lepka nahm einen Gesundheitscheck vor. Diese erste "Überprüfung" haben alle Teilnehmer bestanden. In den beiden Taxis, die uns über eine zehn Kilometer lange Forststraße zum Hüttensteig transportierten und damit den Anstieg zur Hütte mit dem schweren Gepäck gehörig abkürzten, denn es gab keine Materialseilbahn, mussten wir einen Mund-Nasen-Schutz tragen.


Auf der Passauer Hütte empfingen uns Kursleiter Albert Herzog, Ausbildungsleiter Gerhard Pfluger und Hüttenwirt Michi Faber, der uns mit seinem Team die ganze Woche mit bestem Essen verwöhnte und mit seiner guten Laune für eine angenehme Atmosphäre sorgte. Am Nachmittag folgte die zweite Überprüfung. Diesmal ging es um unser bergsteigerisches Können. Unsere Ausbildner, die Bergführer Franz Deisenberger, Clemens Wesenauer, Christian Bauer und Ingolf Hammerschmied hatten dazu einen Stationenbetrieb eingerichtet. Nach der anschließenden Gruppeneinteilung rückten wir zu den ersten Übungen aus. Dabei wurde auch unsere Knotenfertigkeit getestet.


Am zweiten Kurstag stand eine Klettertour auf dem Programm. Bei herrlichem Sommerwetter zeigten sich die Berge um uns herum von der schönsten Seite: das Fahnenköpfl, Birnhorn, Kuchlhorn und Dürrkarhorn. Die Bedingungen zum Klettern waren hervorragend. Wir bewältigten mit Bergschuhen Schwierigkeitsgrade bis 5+ bzw. 6. Nach unserer Rückkehr übten wir verschiedene Bergetechniken wie die Bergung eines verletzten Kletterers aus einem Überhang mit Hilfe eines Mannschaftsflaschenzuges. 


Am dritten Tag zeigte sich das Wetter von der feuchten Seite. Kursarzt Ludwig und Ausbildner Ingolf hielten interessante Vorträge. Am Nachmittag rückten wir in Regenausrüstung aus, um weitere Bergetechniken zu  üben. Weil das Wetter am vierten Kurstag wieder viel freundlicher war, entschied Albert, dass das unser Tourentag wird. Und der wurde für viele ein wirklich gelungener Tag. Zwei Gruppen kletterten aufs Fahnenköpfl, von dort ging es über die Mitterspitze auf das Mitterhorn und wieder zurück zur Hütte. Die beiden anderen Gruppen kletterten über Grate auf das Birnhorn und Dürrkarhorn. Während der Tour zeigten uns die Ausbildner, wie wir unsere Seiltechnik noch verbessern können. Nach unserer Rückkehr wurde wieder geübt, zum Beispiel Seilgeländerbau im 3./4. Schwierigkeitsgrad.


Am fünften Kurstag standen wieder Übungen auf dem Programm, wie eine Kaperbergung aus einer Doline, bis uns ein Gewitter zum Rückzug zwang. Etwas nervöser machte einige Teilnehmer die anstehende Abschlussprüfung am nächsten Tag. Nach dem Abendessen wurde in oder vor der Hütte noch fleißig geübt - Seilrollenflaschenzug, Seilrolle mit Selbstseilrolle und Aufprusiken. Vor der Prüfung checkte unser Kursarzt noch einmal unseren Gesundheitszustand. Fazit: Wir waren alle gesund.
Das viele Üben unter der Woche unter der fachkundigen Anleitung unserer Ausbildner hat sich jedenfalls ausgezahlt. Albert war mit der Leistung der Teilnehmer bei der Prüfung zufrieden. Das wurde am Abend natürlich gebührend gefeiert. Am siebten und letzten Tag verwöhnte uns das Hüttenteam noch mit Weißwurst und Brezn, dann hieß es Abschied nehmen. Beim Abstieg regnete es zwar, aber das konnte unsere Stimmung nicht trüben. Es war eine interessante, lehrreiche, spannende und kameradschaftlich  sehr angenehme Woche. Und alle sind gesund im Tal angekommen.

Bericht und Bilder: Vera Reiter, Manuel Schlager

353 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
439 Einsätze
(2020 aktuell)
1431 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)