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Expedition: Broad Peak Expedition 2013

Roland Moltinger, Teilnehmer der Salzburger Broad Peak Expedition im Juni, berichtet von seinen Erlebnissen

Roland Moltinger, Teilnehmer der Salzburger Broad Peak Expedition im Juni, berichtet von seinen Erlebnissen:

Auf dem Weg zum Broad Peak

Nach unserem Abflug in München am 01.06 ging es über Doha weiter nach Islamabad, der Hauptstadt von Pakistan mit 9 Mill. Einwohner.  Am 03.06 um 04 Uhr ging es mit zwei Bussen über den Karakorum Highway (KKH) nach Skardu. (750km, davon 450 km KKH).

Vorbei am Eingang zum Basis Lager des Nangar Parbat ging es über unbeschreiblich schlechte Straßen nach Skardu. Von Skardu aus flogen Hubschrauber in die Basislager der 4 Achttausender im Karakorum. Man konnte sich nur nicht darauf verlassen, dass sie fliegen, wenn etwas passieren sollte.

In Skardu wurde die Ausrüstung überprüft: Zelte, Matten, Gaskocher, Verpflegung usw. Insgesamt hatten wir 9 Tonnen Gepäck für 23 Bergsteiger und 12 Pakistani, die mit uns 4 Wochen im Basislager blieben. Die 9 Tonnen wurden von 290 Trägern getragen.

Nach 2 Tagen in Skardu fuhren wir weitere 115 km mit Jeeps über noch schlechtere Pisten nach Askole. Dort befindet sich - abgesehen von den Militärstationen entlang des Baltoro Gletschers - das letzte pakistanische Dorf.

Am nächsten Morgen war um 03 Uhr Abmarsch. Es ging in 5 Etappen mit einem Rasttag für die Träger über 116 km und zirka 3000hm ins Basislager. Beim Anmarsch hatten wir am Tag Temperaturen von 38 Grad und in der Nacht bis minus 10 Grad.

Ankunft im Basislager

Angekommen im Basislager wurde ich höhenkrank und hatte eine Sauerstoffsättigung von unter 68%. Das war lebensbedrohlich für mich. Mit Medikamenten und viel Glück erholte ich mich nach 3 Tagen. Diese körperliche Schwächung zog sich bei mir leider durch den gesamten Aufenthalt. Dazu kam Erbrechen und Durchfall.

Zwischendurch erfuhren wir über das Radio unserer Köche, daß im Basislager des Nanga Parbat 10 Bergsteiger erschossen worden sind. Daraufhin wurde ein Pass über den man zu uns gelangen hätte können gesperrt. Auch der KKH wurde gesperrt und das Militär verstärkt.

Warten auf den Gipgelgang

Nachdem die Hochlager nach zirka 3 Wochen aufgebaut waren, warteten wir eine günstige Wetterlage für den Gipfelgang ab. Die meisten von uns versuchten am 04 oder am 05.07 den Gipfel zu erreichen.

Der Gipfelsieg

Als Einziger schaffte Sepp Inhöger den Hauptgipfel. Sechs weitere Bergretter schafften den Vorgipfel. Einige kamen nicht auf Lager 3 oder mussten aus Lager 3 am nächsten Tag aus gesundheitlichen Gründen wieder absteigen.

Tote und Verletzte

Leider mussten wir an einem toten Polen vorbei, der am Fixseil in einem 15 Meter hohen Kamin hing. Er gehörte zu einer polnischen Mannschaft von 4 Polen, die im Winter am Broad Peak waren. Alle 4 waren am Gipfel, jedoch sind 2 beim Abstieg an Erschöpfung gestorben. Es war die erste Winterbesteigung des Broad Peak (nachzulesen im Internet). Laut Sepp Inhöger hing er an seinem Hymer Bügel, den er als Entlastung eingehängt hatte, um seinen Abseilachter unter dem Knopf wieder neu einzuhängen.

Leider ist auch eine deutsche Bergsteigerin, die zur selben Zeit am Berg war, gestorben. Sie ist beim Überqueren eines Gletscherbachs ertrunken. Einem Engländer ist die Verankerung eines Fixseils ausgerissen, worauf er sich den Unterschenkel gebrochen hat. Unserer Gruppe ist Gott sei Dank nichts passiert.  

Die Rückfahrt

Da nach dem ersten Gipfelversuch das Wetter wieder schlechter wurde, sowie erheblicher Schneefall angekündigt war, verließen wir vorzeitig das Basislager. In nur 3 Tagen ging es über dieselbe Strecke zurück nach Askole.

Respekt den Erstbesteigern

Meinen größten Respekt möchte ich zum Abschluss den Erstbesteigern aussprechen. Erst jetzt vermag ich die wirklich großartige Leistung dieser Vier richtig einzuschätzen. Die Erstbesteiger sind bereits die 115 km der Strecke Skardu - Askole zu Fuß gegangen. Insgesamt haben sie eine Strecke von rund 230km bis ins Basislager des Broad Peak zurückgelegt. Nach der Besteigung des Broad Peak haben Buhl und Diemberger die 7500 m hohe Chogolisa bestiegen, Schmuck und Wintersteller den 7400 m hohen Skil Brum. Beide Berge wurden mit nur einem Hochlager bestiegen.  

Auch unsere Träger, Köche usw. verdienen höchste Anerkennung. Keiner von uns wäre im Stande gewesen, die Lasten von 25kg über diese Strecke zu transportieren.

Bericht & Fotos: Roland Moltinger

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