Zum Hauptinhalt springen

Erfolgreiche Suchaktion Lungau

Ein 45-jähriger Mann mit geistiger Beeinträchtigung marschierte orientierungslos Kilometer um Kilometer. Mehrstündige Vermisstensuche im weitläufigen, teils noch schneebedeckten Gebiet am Tamsweger Überling (Lungau) nahm dank Bergrettungshund „Milica“ ein glimpfliches Ende.

Einsatzbesprechung der Mannschaft

Hundeführer Manfred Pfeifenberger mit seiner Hündin Milica. (Bilder: Bergrettung Salzburg)

Um 16:30 Uhr wurden die Kameraden der Bergrettung Tamsweg und Mauterndorf, darunter zwei Suchhundeführer, am Dienstag, dem 6. Mai, zu einer Suchaktion alarmiert. Als vermisst galt der 45-jährige Gerald B. aus Mariapfarr, der mit seinem Onkel, einem Pensionisten aus St. Michael, bereits Stunden zuvor zu einer Wanderung am Überling, oberhalb des Tamsweger Ortsteiles Sauerfeld, aufgebrochen war.
Ungewollt getrennt hatten sich die Wege des Duos im Bereich des Weidschobers, auf über 1.700 Metern Seehöhe. Dieses Gebiet hatte der bergerfahrene Onkel auch bereits auf eigene Faust unermüdlich abgesucht – jedoch ohne Erfolg.

Während auch bereits ein Hubschrauber über dem Überling kreiste, nahmen 25 Bergrettungskameraden die Suche in zwei Richtungen auf. „Es war zunächst vor allem schwierig, das weitläufige Gebiet einzugrenzen“, erläuterte Tamswegs Ortsstellenleiter Franz Apfelknab über den Einsatz im teils noch schneebedeckten Wald- und Moorgebiet. Die Einsatzkräfte zogen zunächst weite Kreise rund um den Weidschober, bis sie die Suche in Richtung Sauerfeld sowie in Richtung Krakauschatten (Steiermark) ausbreiteten.

Hinweis Getränkeflasche
Bei einfallenden Regen erwies sich dann der Marsch in die Überling-Schattseite als richtig: „Der entscheidende Hinweis war eine Getränkeflasche, über die wir aufgrund von Angaben des Onkels bescheid wussten und die der Vermisste unterwegs weggeworfen hatte“, so Apfelknab.

Dass die Suche ein Ende fand, war schließlich Bergrettungshundeführer Manfred Pfeifenberger und seiner „Milica“ zu verdanken. Die Spürnase konnte trotz kaum vorhandener Spuren die Fährte aufnehmen und die Einsatzkräfte erfolgreich zum Vermissten führen: Der 45-jährige Mann mit geistiger Beeinträchtigung, der auch unter Epilepsie leidet, wurde nach Einbruch der Dunkelheit, um zirka 21 Uhr, oberhalb des Schattensees (1.318 Meter) aufgefunden. Er war Kilometer für Kilometer marschiert und hatte völlig die Orientierung verloren. Gerald B. war verwirrt, aber unverletzt. Er wurde zur Beobachtung in das Krankenhaus Tamsweg gebracht.                                                                             
Andrea Kocher

Link: www.lawinenhund.at

 

363 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
455 Einsätze
(2020 aktuell)
1428 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)