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Eiskurs 2011: Ortsstelle gratuliert vier neuen BergretterInnen!

Die Ortsstelle Salzburg freut sich über vier neue fertig ausgebildete BergretterInnen. Sie nahmen vom 9.-17.7.2011 am Eiskurs auf der Warnsdorferhütte im Großvenedigergebiet teil und schlossen damit Ihre Ausbildung zum Bergretter erfolgreich ab. Die Ortsstelle gratuliert!

Donnerstag, 14.7.2011. Es ist trüb und regnerisch. Das ist für die in der Gletscherspalte hängende Bergretterin allerdings das geringste Problem. 15 Meter senkrechte vereiste Schneewand tut sich unter den Füßen auf. Bodenlos. Nach etlichen Metern Aufprusiken ist die Schneekante mit Hilfe der Münchhausentechnik zu überwinden. Die Finger sind klamm. Füße auf die Wand pressen, Becken hoch, am Seil ziehen, Prusikknoten lockern und weiterschieben – immer wieder. Das Seil hat sich stark in den auf der Spaltenkante liegenden Schnee eingegraben. Mühsam. Dann ist es geschafft und eine der drei Prüfungsstationen erfolgreich bestanden. 

Der Gletscher oberhalb der auf 2336 Meter hoch gelegenen Warnsdorferhütte bei Krimml ist von Spalten durchzogen. Bei zweien dieser Spalten herrschte am Donnerstag angestrengtes Treiben. 41 BergretterInnen, darunter 6 Frauen, aus 22 Ortsstellen bewiesen bei drei Stationen ihr in der Kurswoche perfektioniertes Können: Aufprusiken aus einer Gletscherspalte mit Münchhausentechnik, Rettung einer in die Spalte gestürzten nicht ansprechbaren Person mittels Selbstseilrolle.  Bei der dritten Station musste eine Dreierseilschaft den Spaltensturz halten und sodann die ansprechbare Person mittels Seilrolle bergen - Und das unter den wachsamen Augen der neun Ausbildner. Kondition und Bewegen am Gletscher sowie das Ersteigen einer Eisflanke waren weitere Ausbildungsziele der Kurswoche.

Vor allem an die Kondition stellte die Kursleitung bei dem letzten der vier Grundausbildungskurse des ÖBRD, Land Salzburg, hohe Ansprüche. So war die mit acht Stunden Gehzeit angeschriebene Hochtour auf die auf 3499 Meter Höhe liegende Dreiherrenspitze für vier der Gruppen am Mittwoch Tagesziel. Das Erlernte wandten konnten die am Seil gehenden AnwärterInnen bei einem unvorhergesehenen Spaltensturz eines Kollegen erfolgreich in der Praxis anwenden. Die „Aufarbeitung“ des Vorfalles erfolgte anschließend erfolgreich bei Wein und Musik auf der Birnlücken Hütte.

Die anstrengende Woche ging am Freitag mit der Verkündung der Prüfungsergebnisse zu Ende. Auch kulinarisch und kulturell war der Kurs  ein voller Erfolg. Unmengen von Essen und ein Bier ließen die Anstrengungen des Tages rasch vergessen. Das  „Üben“ des „Bergrettungsliedes“ war tägliche Abendbeschäftigung. 41 BergretterInnen singen nun Dank der unermüdlichen Musikanten Michi, Hans, Helfried die „Bergrettungshymne“ im Schlaf. Und so mancher Kursteilnehmer hat eine kleine Freudenträne vergossen, dass in absehbarer Zeit weder Pickel, Steigeisen, Seile, Eisschrauben, Karabiner und vieles mehr täglich am Rücken den Gletscher hinauf- und wieder hinunter zu schleppen sind.

Bericht: Claudia Hutticher, Bilder: Markus Amon

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