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Einsatzleiter bei der Bergrettung

Am vergangenen Wochenende fand wieder ein Einsatzleiterkurs statt. Profis aus verschiedensten Bereichen standen unseren Einsatzleitern bei dieser Ausbildung praktisch und theoretisch zur Verfügung.

Schulung der Einsatzleiter, ein Kursbild aus dem letzten Jahr.

Einsatzleiter stehen unter großem Druck und tragen viel Verantwortung.

Vielversprechendes Mantrailer Nachwuchsteam aus dem Pinzgau.

Die Salzburger Hundeführer trainieren seit Jahren mit amerikanischen und ostdeutschen Polizei-Hundeführer.

Welche speziellen Herausforderungen für Einsatzleiter bei der Bergrettung bestehen, das kann sich wahrscheinlich jeder Laie ausmalen: Zeit ist kostbar und der Druck von allen Seiten enorm. Rasches, gut strukturiertes, professionelles und zielführendes Handeln – das stand daher auch im Mittelpunkt der speziellen Ausbildung in Hochfilzen, die von LL St. Hannes Laner und dem Ausbildungsleiter der Bergrettung, Gerhard Pfluger, geleitet wurde.

Zielorientiertes Handeln – Strategisches Denken
 „Die Bergretter müssen bei Einsätzen meist sofort vom Arbeitsplatz weg zum Einsatzort“, so Hannes Laner. „Bei Einsätzen ist Zeit kostbar – Anweisungen und Fragen stürmen von allen Seiten auf die Einsatzleitung ein, zahlreiche Entscheidungen und Aktivitäten sind fast gleichzeitig zu erledigen“.
Die Einsatzleiter bekommen einen eigens entwickelten „kleinen“ Megatimer, der Checklisten beinhaltet. Dieser kleine Planer kann überall von den Einsatzleitern mitgenommen werden und enthält die wichtigsten ersten Schritte einer lückenlosen Dokumentation. „Auch die Bergrettung muss alle Schritte – und das von Anfang an - 100% dokumentieren. Leider nehmen diverse Rechtsstreitigkeiten nämlich immer mehr zu“, so LL Stv. Hannes Laner.

Experten zum Thema Recht
Das Thema Recht stand auch bei den Vorträgen von Franz Deisenberger und Richterin Daniela Unternberger im Mittelpunkt. Anhand von praktischen Beispielen und speziellen Fällen im Einsatzbereich der Bergrettung wurden mögliche rechtliche Szenarien erarbeitet.
Gerhard Pfluger stellte weiters wichtige Neuerungen im Bereich der Ausrüstung vor und eine nächtliche Übung wurde organisiert.

Spezielle Hundeausbildung Mantrailing
Auf großes Interesse stieß auch der theoretische und praktische Vortrag des Ausbildungsleiter der Lawinen- und Suchhundestaffel: Herbert Deutinger berichtete über neue Einsatzmöglichkeiten unserer Hundestaffel.
Er stellte das Projekt „Mantrailing“ vor.
Besonders im Sommer nimmt die Suche nach Vermissten bei der Bergrettung zu: Oft müssen enorm große Gebiete aufwändigst abgesucht werden.
Der hohe Zeitaufwand, die hohe Anzahl der benötigten Suchhunde, sowie die geringe Erfolgsquote bei der Vermisstensuche haben die Ausbilder der Hundestaffel schon vor vielen Jahren dazu veranlasst, nach neuen Suchmethoden bzw. Einsatzmöglichkeiten für Suchhunde zu forschen.
Seit etwa zweieinhalb Jahren trainieren Hundeführer der Salzburger Bergrettung die spezielle Suchart „Mantrailing“. Mantrailing ist eine Suchmethode, die in Amerika bei der Polizei bereits seit ca. 20 Jahren mit Spezialhunden den sogenannten „Bloodhounds“ zur Suche nach Verbrechern erfolgreich eingesetzt wird. Ein Mantrailer oder Personenspürhund, ist ein Hund, welcher die individuelle Spur eines Menschen verfolgt.
Hierbei ist es egal, ob die Person durch Feld, Wald oder Wiese oder über einen belebten Marktplatz oder die Stadt gegangen ist. Der Mantrailer sucht dabei an einer langen Leine im Geschirr.
Voraussetzungen für erfolgreichen Einsatz
Damit ein solcher, von speziellen Hundeführer-Teams nun seit zweieinhalb Jahren geübte Einsatz  (jährlich über 100 gemeinsame Trainingstage, zusätzlich Lehrgänge in Deutschland, zwei eigene zusätzliche Trainingswochen in Österreich) erfolgreich sein kann, erläuterte Herbert Deutinger die Wichtigkeit des Geruchartikels für den Einsatz:
„Das A und O für einen erfolgreichen Mantrailing-Einsatz ist ein guter Geruchsartikel. Anders ausgedrückt: mit einem falschen Geruchsartikel rennt der Hund kilometerweit der falschen Spur nach. Gute Geruchsartikel wären solche, die wenig Kontamination durch fremde Personen erfahren haben“, so der Ausbildungsleiter, Herbert Deutinger beim theoretischen Vortrag. Am Allerbesten wäre es, wenn der Mantrailer-Hundeführer bei der Auswahl und Beschaffung des Geruchsartikels anwesend ist.
Mantrailer und Flächensuchhund sind sich ergänzende Einsatzmittel. In den meisten Vermisstensuchen ist es sinnvoll, beide Sucharten parallel einzusetzen.

 

356 Geborgene Personen
(2021 aktuell)
411 Einsätze
(2021 aktuell)
1452 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2021 aktuell)