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Einsatzleiter bei Bergrettung

Einsatzleiter bei der Bergrettung stehen unter besonderem Druck: Zeit ist kostbar und nebenbei stürmen Anweisungen und Fragen von allen Seiten auf sie ein.

Teilnehmer beim Einsatzleiterkurs.

Mit einem „einfachen Praxisspiel“ wurde vermittelt, wie wichtig ein starkes Miteinander, die konkrete Instruktionen des Einsatzleiters und eine exakte Ausführung des Teams sind. (Foto: Bernd Kranabetter/Bergrettung Dienten)

Einsatzleiterkurs in Hochfilzen

Theoretische und praktische Ausbildung.

Firmenchef Volkmar Schitter von der Firma "Megatimer" bei der Übergabe der neuen Einsatzleitermappe an LL-Stv. Hannes Laner. (Foto: Maria Riedler/Bergrettung Salzburg)

Gut strukturiert, professionell und zielführend: Das wären die Stichworte für die Arbeitsweise unserer Einsatzleiter.
Am Wochenende 10. und 11. Oktober fand wieder eine Einsatzleiterschulung in Hochfilzen statt. Unter der Leitung von LL Stv. Hannes Laner und Ausbildungsreferent Gerhard Pfluger wurden innovative Führungssichtweisen und unterschiedliche, notwendige Handwerkszeuge theoretisch und vor allem praktisch vermittelt.

Starke Zusammenarbeit durch konkrete Instruktion und exakte Ausführung
Vermittelt werden in diesen Kursen konkrete Handwerkszeuge wie Megatimer,gemeinsames Ausarbeiten von Führungsqualitäten, Medienarbeit, Rechtsgrundlagen und Transfer in die Praxis.

Mit einem „einfachen Praxisspiel“ – wie einem Balltransport mittels einer Schnurkonstruktion und verbundenen Augen der Einsatzkräfte von A nach B, unter Anleitung des „sehenden“ Einsatzleiters, ohne den Ball mit den Händen zu berühren – wurde vermittelt, wie wichtig ein starkes Miteinander, die konkrete Instruktionen des Einsatzleiters und eine exakte Ausführung des Teams sind.

Hilfe durch exakte Organisationsplanung
„Die Bergretter müssen bei Einsätzen meist sofort vom Arbeitsplatz weg zum Einsatzort“, schildert Hannes Laner, Landesleiterstellvertreter bei der Bergrettung Salzburg. „Sie sind sehr engagiert und hängen sich persönlich rein. Bei Einsätzen ist die Zeit kostbar – Anweisungen und Fragen stürmen von allen Seiten auf die Einsatzleitung ein, zahlreiche Entscheidungen und Aktivitäten sind fast gleichzeitig zu erledigen. Mit dieser extra für die Ansprüche der Bergrettung entwickelten Organisationsplanung finden sie hoffentlich noch zu mehr Effizienz“.

Mit einer von der Halleiner Firma „Megatimer“ speziell entwickelten Einsatzmappe für die Salzburger Bergrettung können die Einsatzleiter künftig vor Ort rasch und effizient handeln. „Bergretter sind Double-Jobber und dadurch doppelt belastet“, meint Volkmar Schitter, der Firmenchef von Megatimer.

Megatimer unterstützt Bergrettung mit 25.000 Euro
 „Mit dieser Einsatzmappe kann eine bessere zielorientierte Planung eines Einsatzes gewährleistet werden. Es ist ein System, das praktisch überall funktioniert und absolut sicher vor allen elektronischen Ausfällen ist. Der Einsatzleiter hat von Einsatzbeginn weg alle Formulare und Checklisten für die durchgehende Dokumentation in der Hand. Wir sind über das wertvolle Sponsoring des Megatimers sehr erfreut“, so Laner.
In dieser für die Bergrettung extra zusammengestellten Mappe finden sich nicht nur Checklisten für verschiedenste Einsätze, sondern auch Meldungsübersichten, die wichtigsten Telefonnummern für einen Einsatz, eine Funkrelaisübersicht, Frequenzlisten, Hüttendatenbanken mit GPS Koordinaten, Panoramakarten und eine Krankenhausübersicht mit Landeplätzen und kompletten GPS Daten für das Bundesland Salzburg und noch vieles mehr an wichtiger, praktischer Unterstützung.

Hunderte Einsatzleiter geschult
Natürlich wird auch für die Bergrettung lückenlose Dokumentation eines Einsatzes immer wichtiger, auch in rechtlicher Hinsicht. Die von der Firma Schitter entwickelten "Megatimer" sollen mithelfen, das persönliche Risiko eines jeden einzelnen Bergretters zu minimieren.
Hunderte Ortsstellenleiter und Einsatzleiter der Bergretter im Bundesland wurden über Wochen mit diesen „Megatimers“ ausgestattet und persönlich von Volkmar Schitter eingeschult.
Schitter, der selbst auch Bergretter war, weiß wie wichtig diese Checklisten im Notfall sind: „Eine Besonderheit haben wir extra für die Bergrettung installiert: Das Papier des Megatimers ist reiß- und nässefest. Im harten Einsatz bei Sturm, Schneefall und Regen ist dieses Material ideal für die Einsatzchecklisten. Nur Insider wissen, was es heißt auf 2000m Höhe einen Lawineneinsatz zu koordinieren. Bei teilweise starkem Schneesturm müssen bis zu 120 Mitglieder innerhalb kürzester Zeit am richtigen Ort sein. Das verlangt höchstes organisatorisches Können und eben ein Material, das auch bei widrigsten Bedingungen funktioniert“.

Die Firma Megatimer Hallein entwickelt seit 25 Jahren Produkte und Strategien zur Steigerung der Wirksamkeit von Führungskräften der Wirtschaft. Auch Einsatzorganisationen wie Feuerwehr, Militär (KFOR, SFOR), Rotes Kreuz und viele mehr, nützen diese Strategien.

Verfassen von Pressemeldungen
Ein Punkt bei diesen Schulungen ist auch die exakte Medienarbeit. Und so setzen sich die Einsatzleiter nach einem gelungenen Übungs-Einsatz wie am Freitagabend nicht einfach hin und genießen den Abend, sondern sie verfassen auch noch eine Pressemeldung:

Bergretter finden verirrte Pfadfinder
"Zwei 12-jährige Burschen wurden am Freitagabend, dem 10. Oktober, von der Bergrettung in Hochfilzen gesucht: Die beiden Pfadfinder hatten sich bei einer Wanderung von Hochfilzen Richtung Römersattel am Truppenübungsplatz des Österreichischen Bundesheers verirrt.
Nachdem die Bergrettung die Jugendlichen mittels GPS-Daten orten konnten, fanden 20 Mann der Salzburger Bergrettung die beiden Buben nach 1 ½ stündiger Suche unverletzt. Die Kinder konnten um 22 Uhr schließlich ihren Betreuern übergeben werden." - Einsatzleiter Harald Rettengger

Maria Riedler (mit Unterstützung von Fred Hengsberger)

556 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
634 Einsätze
(2020 aktuell)
1423 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)