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Ein Toter nach Lawinenabgang

Bei einem Lawinen-Abgang am Gennerhorn wurde ein deutscher Tourengeher von einem Schneebrett in die Tiefe gerissen.

Bilder: © Aktivnews - Ferdinand Farthofer; Hannes Höll

Bei einem Lawinen-Abgang am Gennerhorn bei Hintersee/Flachgau wurde am 3. Jänner, am späten Nachmittag, ein 53-jähriger deutscher Tourengeher aus dem Bezirk Traunstein getötet.
Bergretter der Ortsstelle Salzburg-Stadt, der Ortstellen St. Gilgen und Grödig und Lawinen- und Suchhundeführer der Bergrettung, des Roten Kreuzes und der Vermisstensuchhundestaffel wurden am frühen Abend, etwa gegen 18 Uhr alarmiert. 
Der Tourengeher war gemeinsam mit einem 39-jährigen, deutschen Kollegen am Donnerstagvormittag zu einer Skitour in der Osterhorngruppe aufgebrochen. In dem steilen Kessel bei der Gruberalm löste sich auf etwa 1.735m Höhe ein Schneebrett, das den 53-jährigen, gut ausgebildeten und erfahrenen Skitourengeher erfasste und ungefähr 300m in die Tiefe riss. Der zweite, 39-jährige deutsche Tourengeher suchte etwa eine Stunde lang nach dem Tourenkameraden und fuhr nach ergebnisloser Suche ab und alarmierte die Helfer.
Wegen der einbrechenden Dunkelheit war es nicht mehr möglich, Hubschrauber einzusetzen, der Weg bis zur Unfallsstelle war für die Einsatzkräfte ungünstig lang; trotzdem waren die insgesamt etwa 90 Einsatzkräfte von Bergrettung, Freiwilliger Feuerwehr und Alpinpolizei um etwa 19:00 Uhr bei der Einsatzstelle.
Die Freiwillige Feuerwehr Hintersee leuchtete die Unfallstelle aus, während Such- und Sondierungsteams den Lawinenkegel absuchten. Innerhalb von sieben Minuten entdeckten die Bergretter den toten Tourengeher fast unverschüttet auf den Schneemassen liegend. Er dürfte sofort an seinen schweren Kopfverletzungen verstorben sein. Seine Notfallsausrüstung trug er unglücklicherweise unbenutzt und ausgeschaltet im Rucksack.

Hundeführer Hannes Höll, der an der Unfallstelle im Einsatz war, berichtet über starke Schneeverwehungen:" Im Bereich der Osterhorngruppe fiel in den vergangenen Tagen 15-30 cm Neuschnee. Zusätzlich herrscht seit drei Tagen starker Südwind, wodurch es zu massiven Schneeverwehungen auf die nördlich exponierten Hänge gekommen ist," so Hannes Höll.

Die Bergrettung Salzburg bittet alle Tourengeher die nötige Skitourenausrüstung (Pieps, Schaufel, Sonde, Stirnlampe etc.) immer funktionstüchtig bei sich zu führen und verweist zur Tourenplanung auf die Seiten des Salzburger Lawinenwarndienstes.

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