Zum Hauptinhalt springen

Dringender Appell an die Vernunft der Eiskletterer

Aufgrund der aktuellen Wetterlage appelliert der Ortsstellenleiter der Bergrettung Bad Gastein an die Vernunft der Eiskletterer.

Beispielbild eines Einsatzes beim Eisfall "Federweiß" (Foto: J. Mariacher/ Bergrettung Bad Gastein)

Bergung im Höhkar (Bergrettung Bad Gastein)

Der Ortsstellenleiter der Bergrettung Bad Gastein, Roland Pfund möchte eindringlich an die Vernunft diverser Eiskletterer appellieren. „Auf den Seiten von www.bergsteigen.at finden sich aktuelle Beiträge, die wir grenzenlos beunruhigend finden(siehe unten).
Wir beobachten zurzeit unwahrscheinlich viele waghalsige Eiskletterer in unseren Wasserfällen. Gestern waren beispielsweise 18 Seilschaften bei Föhnwetterlage und Südwind in diversen Wasserfällen. Es ist bei vielen durchaus üblich, in zehn Tagen etwa zwölf Eisfälle zu bewältigen. Alpinisten brauchten hierfür früher Jahre, denn sie berücksichtigten auch diverse (Wetter-)Bedingungen.

Ich möchte die Kletterer darauf hinweisen, dass meine Kameraden derzeit ohnehin fast täglich im Einsatz sind. Bedenkt, dass wir als Rettungsorganisation freiwillig hineinsteigen und euch im Unglücksfall natürlich bergen. Denkt vielleicht bei euren Touren auch an meine Mitglieder, die deshalb eventuell extremen Risiken ausgesetzt sind.
Die Bergrettung Bad Gastein bittet die Eiskletterer bei schlechten Verhältnissen und Wetterbedingungen - wie etwa bei Föhnwetterlage oder Südwind - Abstand von etwaigen Klettertouren zu halten“.


Diese Einträge finden sich auf
www.bergsteigen.at:

19.1. (kraxelhuber) „Hallo zusammen, gestern 18.01.09 Fedreweisser geklettert, Eisverhältnisse gut - links sehr nass und weich. Starker Wind hat zu Schneeverfrachtungen geführt die sich als Lockerschneelawinen über Federweisser entladen haben. Bei anhanltenden Wind immer grössere Schneeabgänge. Seilpartner wurde an der Basis des Eisfalles von massiver Lawine nach Abseilen getroffen und ca. 200-300m nach unten gerissen. Zum Glück nicht bewusstlos und unverletzt geblieben. Weitere Seilschaften im Fall nahmen von Vorfall keine Notiz und kletterten weiter nach oben“.

28.12.08 weiterführender Link auf Seiten zu "Flugmeter" (Gregor)
„Waren heute im Anlauftal unterwegs und die meisten Fälle zeigen sich in guten Verhältnissen. Federweiß, Mordor, Henndor, Mauerblümchen wurden geklettert. Seidenraupe und Supervisor sehen gut aufgebaut aus.
Es hatte heute jedoch sehr viel Wind, was das Klettern sehr unangenehm machte und für erhebliche schneeverfrachtungen sorgte. Vom Abstieg über den Höhkarsteig muss zur Zeit daher unbedingt abgeraten werden.
Über den Einstieg des Federweissfalls schoss ein Schneebrett (ausgelöst durch einen Kletterer beim Abseilen im besagten Fall ), das einen anderen Kletterer am Einstieg ca. 200m mitnahm - dem ist aber zum Glück außer dem Verlust seines Seiles nichts passiert.
Das Mauerblümchen ist teilweise hinterspült, und sollte mit Vorsicht genossen werden, über die anderen Fälle wurde abgeseilt, also sollten Abalakovs vorhanden sein!
Wir sind noch Richtung Sportgastein gefahren um uns einen Überblick zu verschaffen, die Alraunewand sieht jedoch sehr trostlos aus und ist zur Zeit für Normalverbraucher nicht bekletterbar“.

547 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
627 Einsätze
(2020 aktuell)
1424 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)