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DAV: Größte Vorsicht bei Kindern am Klettersteig

DAV informiert: Klettersteigsets sind für Kinder nicht geeignet!

Foto: Drachenwand Klettersteig (Bild Sepp Schiefer)

Bisherige Sets zur Selbstsicherung an Kletterwegen seien für Menschen unter 50 Kilogramm nicht geeignet, teilte der Deutsche Alpenverein (DAV) in München mit. "Je leichter die stürzende Person ist, desto höher ist die Belastung und desto gravierender sind die Verletzungsgefahren", so der Bergsportverein. "Bei Kindern zwischen 15 und 30 Kilogramm sind tödliche Schleuderverletzungen nicht ausgeschlossen."

Bisher sei kein Unfall gemeldet worden, bei dem ein Kind oder ein leichter Kletterer wegen einer Fehlfunktion seines Sets verletzt wurde. Allerdings seien Stürze an Klettersteigen ohnehin äußerst selten. Die Sicherheitslücke müsse dringend geschlossen werden.
Änderung der Norm angestrebt
Den Herstellern seien jedoch die Hände gebunden: Sets für Kinder könnten sie weder entwickeln noch anbieten, weil die bestehende Norm keinen Spielraum lasse. Der DAV will deshalb die Änderung der Norm voranbringen.
Die DAV-Sicherheitsforschung hatte in Sturzversuchen mit Dummies marktübliche Sets getestet und die Kräfte auf die Halswirbelsäule gemessen. Ergebnis: Unter 50 Kilogramm Körpergewicht ist ein Sturz in das Set riskant, unter 30 Kilogramm sind diese Risiken erheblich. Solange es keine passenden Sicherungen für leichte Kletterer gibt, rät der Bergsportverein Eltern, hinter ihrem Kind zu steigen und es an schwierigen Stellen zusätzlich mit einem Seil sichern. Wer das entsprechende Know-how nicht habe, solle auf schwierige und extreme Klettersteige verzichten.
Ein Klettersteigset ist so konzipiert, dass es bei einem Sturz nachgibt und so einen harten Fall in die Sicherung verhindert. Dazu ist aber eine bestimmte Kraft nötig, die auf das Set wirkt - sonst löst es nicht entsprechend aus.

Empfehlungen des DAV
Da die Normvorgaben momentan so gestaltet sind, dass es keine praxistauglichen Klettersteigsets für Kinder und leichtgewichtige Personen geben kann, empfiehlt der DAV allen Eltern und betroffenen Personen folgende Sicherheitsmaßnahmen:

- Sich die Problematik bewusst machen,
- in leichteren Passagen hinter dem Kind steigen,
- an schwierigen Stellen zusätzlich mit Seil von oben sichern;
- wer das entsprechende Know-how nicht hat: auf schwierige und extreme Klettersteige verzichten.

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