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Canyoning: Robin Hood in der Strubklamm

Am Wochenende übten Bergretter der Canyoninggruppe und der Ortsstelle Salzburg in der Strubklamm den Notfall. Auch Pfeil und Bogen kamen dabei zum Einsatz.

Retter und Verletzter über dem Abgrund

Seilbahnbau mit Pfeil und Bogen

anstrengende Tragestellen

15 Bergretter der Spezialgruppe Canyoning Nord und neun Salzburger Bergrettungsfrauen und -männer nahmen an der Übung in der Strubklamm teil. Ziel war, einen Verletzten aus der bei Ebenau in Salzburg gelegenen Strubklamm mittels Seilbahnbau möglichst rasch und schonend zu bergen.

Während die Canyoningretter vom Einstieg weg den "Verletzten" in einer Schwimmtrage kräfteraubend über Felsen, Tümpel, Sprünge und lange Schwimmstrecken zum unteren Teil der Schlucht transportierten, bauten die Salzburger zeitgleich eine Seilbahn über den 100 Meter tiefen Felswänden auf.

Dazu schossen Bergretter vom Metzgersteig weg mit Pfeil und Bogen ein Seil auf die gegenüber liegende Schluchtseite. Nachdem sie sich wieder aus der Deckung gewagt hatten, bauten die dort wartenden Retter eine Seilbahn mittels Dyneemaseilen auf, seilten einen Retter in die Mitte der Schlucht von wo aus sie ihn dann direkt auf den Grund der Klamm langsam abließen.

Nach Übernahme des Verletzten von der Canyoninggruppe musste der Retter und der in der wasserdichten Trage liegende "Verletzte" mittels Mannschaftszug schweißtreibend zum Schluchtrand hinaufgeborgen werden. "Die Übung war seiltechnisch und körperlich sehr fordernd. Das Zusammenspiel zwischen Canyoningrettern und Einsatzkräften der Ortsstelle hat auch dieses Mal wieder reibungslos funktioniert", freute sich Stephan Schmidt, Ausbildungsleiter der Ortsstelle Salzburg und Mitglied der Canyoninggruppe Nord.

Die bei Canyoningbegeisterten sehr beliebte und stark begangene Strubklamm liegt im Einsaztgebiet der Ortsstelle Salzburg zwischen Faistenau und Ebenau. Sie hat eine Länge von ca. drei Kilometern. Um die langen Schwimmstrecken und Sprünge zu meistern, dauert es 3-4 anstrengende, eisige Stunden. In den letzten Jahren wurden Bergretter der Spezialgruppe Canyoning und der Ortsstelle Salzburg immer wieder zu Einsätzen alarmiert.

Bericht. C. Hutticher
Bilder: Hutticher / J. Steiner

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