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Canyoning: Nervenkitzel in enger Schlucht

Training des Generalstabslehrganges des Österreichischen Bundesheers mit Bergrettung in Strubklamm.

Der 19. Generalstabslehrgang mit Coach Oberstleutnant Karl Ebster Schwarzenberger und vier Canyoningrettern Rupert Siller, Andreas Neureiter, Anton Brandauer und Dr. Paul Wilhelm

Strubklamm, 20. Juni 2013: Canyoningretter der Bergrettung Salzburg führten alle Teilnehmer des 19. Generalstabslehrganges des Österreichischen Bundesheeres sicher durch die Strubklamm: „Für uns ist das eine einmalige Gelegenheit, uns auch einmal beim österreichischen Bundesheer für die permanente Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu bedanken“, so Anton Brandauer, Leiter der Canyoninggruppe Nord der Salzburger Bergrettung.

Die 20 künftigen Top-Führungskräfte des Bundesheers bekamen so die herausfordernde Möglichkeit - in der manchmal nur einen Meter breiten, aber fast drei Kilometer langen Schlucht der Strubklamm - ausgiebig zu klettern und zu springen. „Die teilweise fast 200m hohen Felswände verlangen von den `Schluchtlern´ körperlich einiges ab, sodass eine gute Kondition und Durchhaltevermögen gefragt sind“, betont Brandauer.

 

Erstmals in Österreich
Teilnehmer Oberst Jürgen Wörgötter aus Fieberbrunn meint: „Dieser praktische Abschluss unserer dreijährigen Ausbildung ist in dieser Form erst- und einmalig. Wir üben in diesem Workshop die Teambildung und das Erfahren der eigenen Leistungsgrenzen in Extremsituationen“.

Der verantwortliche Coach, Kinästhetiktrainer und Oberstleutnant aus St. Johann im Pongau, Karl Ebster Schwarzenberger, ergänzt: „Es ist toll, wie sich die künftig höchsten Führungskräfte auch bei psychosozialer Weiterbildung mit persönlichem Enthusiasmus und Freude einbringen“.


Die vier Salzburger Canyoningretter Rupert Siller, Andreas Neureiter, Anton Brandauer und Dr. Paul Wilhelm haben sich dafür extra einen Tag frei genommen, denn „es ist unbedingt davon abzuraten, auf eigene Faust und ohne fachkundige Begleitung Klammen und wasserführende Schluchten zu durchwandern. Canyoning bleibt ein mit Risiko behaftetes Spezialgebiet, das Spannung und Action verspricht aber nur dann wirklich Spaß bereitet, wenn alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. In guten Händen ist man bei einem geprüften Bergführer mit Canyoning-Zusatzausbildung oder bei zertifizierten Schluchtenführern. Und dabei sollte – je nach Schwierigkeit der Tour - ein Guide nicht mehr als zwei bis acht Leute führen“, sind sich die Experten einig.

 

Rutschen, Klettern, Springen, Abseilen und Schwimmen - so geht es gut drei Stunden lang. Acht Meter senkrecht abwärts in die Schlucht - bei den Canyoning-Neulingen steigt da natürlich der Adrenalinspiegel. Mit Klettergurt, Helm und Neoprenanzug sind die Teilnehmer gut gerüstet und gesichert. Der Lauf des Wassers gibt die generelle Richtung vor. Spektakuläre Passagen wechseln sich mit ruhigen ab. Einer der Höhepunkte ist ein 8-Meter-Sprung. Auf der Felskante über dem Abgrund macht sich da durchaus Unruhe breit. Die Begeisterung über dieses Abenteuer und Naturerlebnis ist zwar groß, doch nicht jeder mag über solche Höhen springen. Und was passiert, wenn man sich nicht traut, von einem Felsen in einen „Gumpen“ zu springen? Niemand ist zu einem Sprung gezwungen, die Canyoningretter haben das passende Material zum Abseilen mit dabei. Natürlich ist das Klettern im Gebirgsbach nicht ungefährlich. Die richtige Vorbereitung ist gerade bei Einsteigern besonders wichtig, sagt Brandauer.

 

Sprung ins Ungewisse
Die brisante Mischung aus Wasser und Fels lässt die Action-Sportart boomen. Doch Canyoning ist mehr als ein nasser Spaß. Es heißt Verantwortung zu übernehmen für sich selbst und andere. „Und nicht selten steht dennoch am Ende mancher schönen Tour eine notwendige Rettungsaktion“, weiß Canyoningretter Brandauer.

 

Spezialausbildung Canyoning

Engagierte Alpinsportler der Bergrettung Salzburg werden schon seit 12 Jahren zu  "Canyoningrettern" ausgebildet und sind für spezielle Rettungseinsätze im Land Salzburg geschult. Das Canyoning erfordert eine Auseinandersetzung mit zwei völlig verschiedenen Naturelementen: Fels/Berg und Wasser. Die Gefahren und Risiken dieser beiden Elemente überlagern sich hier in vielfältiger Weise. Daraus ergeben sich besonders hohe Anforderungen an die Ausbildung, Erfahrung und Verantwortung. Diese Fähigkeiten werden in Zusatzausbildungen nach der Ausbildung zum Bergretter/zur Bergretterin geschult. Aufgrund der Topographie von Schluchten und der Zusatzgefahr „Wasser“ spielen neben der alpinen Sicherungstechnik auch Wildwasserkenntnisse eine tragende Rolle. „Die Rettung aus engen und steilen Schluchten gestaltet sich oft sehr schwierig. Das Element Wasser im Zusammenspiel mit Berg und Fels haben auch schon sehr gute Bergsteiger unterschätzt. Zahlreiche Personen geraten jedes Jahr auch an vermeintlich harmlosen Stellen in Not“.

 

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Text: Maria Riedler

Foto: Rupert Siller und Maria Riedler

 

Unterstützt wurde die Gruppe durch die Agentur Absolut Outdoors Strobl. Danke für das Equipment!

 

 

 

160 Geborgene Personen
(2021 aktuell)
193 Einsätze
(2021 aktuell)
1446 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2021 aktuell)