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Canyoning: Der Sprung ins Ungewisse

Engagierte Alpinsportler der Bergrettung Salzburg werden schon seit Jahren zu "Canyoningrettern" ausgebildet und sind für spezielle Rettungseinsätze im Land Salzburg geschult.

Die brisante Mischung aus Wasser und Fels lässt die Action-Sportart boomen. Doch Canyoning ist mehr als ein nasser Spaß. Es heißt Verantwortung zu übernehmen für sich selbst und andere. Und nicht selten steht dennoch am Ende mancher schönen Tour eine notwendige Rettungsaktion.

Engagierte Alpinsportler der Bergrettung Salzburg werden schon seit Jahren zu  "Canyoningrettern" ausgebildet und sind für spezielle Rettungseinsätze im Land Salzburg geschult.

„Die Rettung aus engen und steilen Schluchten gestaltet sich oft sehr schwierig. Das Element Wasser  im Zusammenspiel mit Berg und Fels haben auch schon sehr gute Bergsteiger unterschätzt. Zahlreiche Personen geraten jedes Jahr auch an vermeintlich harmlosen Stellen in Not“, sagt der Ausbildungsleiter der Salzburger Bergrettung, Gerhard Pfluger.

Eigene Ausbildungsrichtlinien für Salzburgs Bergretter für das Spezialgebiet in Wasser und Fels wurden daraufhin vom Ausbildungsreferat eingeführt und werden natürlich immer wieder aktualisiert.  

Unter Anton Brandauer von der Ortsstelle Golling agiert mittlerweile die Canyoning Gruppe Nord im Tennengau und im Flachgau.

Franz Schider von der Ortsstelle Lofer leitet die Canyoning Gruppe Süd für den Pinzgau.

Die zahlreichen Einsätze bestätigen immer wieder die hohe Notwendigkeit eines kompetenten Spezialteams. „Das Canyoning erfordert eine Auseinandersetzung mit zwei völlig verschiedenen Naturelementen. Die Gefahren und Risiken dieser beiden Elemente überlagern sich beim Canyoning in vielfältiger Weise“, sagt Pfluger und begrüßt daher das zusätzliche Engagement in der Bergrettung.


Umfassende Ausbildung Canyoning
Zur umfassenden Grundausbildung zum Bergretter oder zu Bergretterin, die jeweils einwöchige Kurse in Fels- und Eis, einen Winterkurs und eine Erste Hilfe Kurs umfassen, werden die Canyoning-Retter bei einem viertägigen Kurs in Spezialtechniken geschult.
„Aufgrund der Topographie von Schluchten und der Zusatzgefahr `Wasser´spielen neben der speziellen Seiltechnik auch Kenntnisse auf dem Gebiet des Wildwassers eine wichtige Rolle“, so der Ausbildungsleiter. Und wie im gesamten Bereich der Bergrettung heißt es auch hier: Jährlich an spezifischen Fortbildungen teilzunehmen, um schnell und sicher helfen zu können.

Zertifizierte Schluchtenführer
Dass es in Salzburg bestens ausgebildete Bergretter und Bergretterinnen gibt, die im Notfall zur Stelle sind sollte nicht über die Gefahren hinweg täuschen. Deshalb ist in jedem Fall davon abzuraten, auf eigene Faust und ohne fachkundige Begleitung Klammen und wasserführende Schluchten zu durchwandern. Canyoning bleibt ein mit Risiko behaftetes Spezialgebiet, das Spannung und Action verspricht aber nur dann wirklich Spaß bereitet, wenn alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. 
In guten Händen ist man bei einem geprüften Bergführer mit Canyoning-Zusatzausbildung oder bei zertifizierten Schluchtenführern. Und dabei sollte – je nach Schwierigkeit der Tour ein Guide nicht mehr als zwei bis acht Leute führen, sind sich die Experten einig.
Eine Unfallstatistik aus Deutschland macht die Notwendigkeit fachkundiger Begleiter anschaulich: 75 Prozent der Verletzten sind Individualisten, 24 Prozent der Verunglücken kommen aus organisierten Touren und nur 1 Prozent stammt aus der Gruppe der Guides. 

Statistisch gesehen (Studie stammt aus Frankreich):
• Sprünge stehen mit 42 Prozent an der Spitze der Unfälle. Dabei sind in 53 Prozent Frauen betroffen. In 65 Prozent der Fälle traten dabei Brüche der Beine auf
• 27 Prozent der Blessuren erfolgten beim Rutschen. Dabei erwischt es zu 61 Prozent die Männer. 33 Prozent holen sich dabei einen Knochenbruch
• 13 Prozent der Unfälle ereignen sich beim Abseilen. Davon sind 73 Prozent der Verunfallten männlich
• 8 Prozent wurden vom Steinschlag verletzt
• 5 Prozent der Geretteten litten an Erschöpfung oder verletzten sich beim Gehen im horizontalem Gelände
• 2 Prozent wurden von Hochwasser überrascht.

Andrea Hinterseer und Maria Riedler

Thema Canyoning, Ausbildung und mehr...

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