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Birgkarrinne/Königsjodler: Häufig unterschätztes Gelände

Wieder einmal kam ein Bergsteiger im Gelände der "Birgkarrinne"/Hochkönig beinahe ums Leben: Ein 33-jähriger Tscheche rutschte bei Schnee und Eis in der Rinne ab.

Der Mann war am 29. Mai in den frühen Morgenstunden über den Klettersteig "Königsjodler" in Richtung Hochkönig aufgebrochen. Gegen 12.30 Uhr kamen  der Tscheche, sowie unabhängig von ihm, zwei weitere Gruppen aus Bayern von insgesamt fünf Bergsteigern, beim Ausstieg des Königsjodlers in einer Seehöhe von ca. 2800 Metern an.  Gegen 13.00 Uhr stiegen die sechs Bergsteiger nahezu gleichzeitig über die Birgkarrinne in Richtung Stegmoosalm ab.
Winterliche Verhältnisse
Aufgrund des heftigen Kälteeinbruches der letzten Tage herrschten in der Birgkarrinne hochwinterliche Verhältnisse. Da keiner der sechs Alpinisten ortskundig war, stiegen sie geradewegs über das dort steilabfallende,  weglose, felsdurchsetzte, verschneite und vereiste Gelände ab.
Der tschechische Bergsteiger versuchte dabei über die verschneiten, steil abfallenden Rinnen abzurutschen und die Fahrt mit seinem mitgeführten Eispickel zu steuern bzw. zu bremsen.
Bereits nach einigen Metern geriet seine Fahrt außer Kontrolle und der Bergsteiger rutschte bzw stürzte unkontrolliert und sich in weiterer Folge mehrmals überschlagend in Richtung Tal.
In einer Seehöhe von ca. 1500 Metern kam der Mann unmittelbar vor einem  senkrechten abfallenden Felsband zu liegen.
Taubergung
Er konnte dort von den nachfolgenden bayerischen Bergsteigern vorerst auf einen daneben befindlichen Felsvorsprung gebracht und bis zum Eintreffen der verständigten Rettungscrew des Rettungshubschraubers "Martin 1" erstversorgt werden.
Der Tscheche wurde in weiterer Folge von der Besatzung des M1 mittels Bergetau geborgen und mit schweren Verletzungen in das UKH nach Schwarzach geflogen.
Lawinenabgänge
Noch während der Bergungsarbeiten durch den Rettungsmannschaft, lösten sich im Unfallbereich mehrere kleine bis mittelgroße Lawinen, die ein weiteres Absteigen der dort befindlichen bayerischen Bergsteiger unmöglich machten.

Der Polizeihubschrauber des BMI - Flugeinsatzstelle Salzburg - befand sich zur Erhebung des Unfalles ebenfalls vor Ort. In mehreren  Flügen mussten die psychisch schwer angeschlagenen, jedoch unverletzten  fünf bayerischen Bergsteiger durch Pilot und Flugretter, mittels 20 Meter Bergeseil in mehreren Flügen aus ihrer gefährlichen Lage geborgen und zu Tal geflogen werden.

Bericht und Bilder: AEG Pongau/St. Johann/Werfen/Sepp Oppeneiger

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