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Bergrettungshundekurs "Mantrailing" in Obertauern

Seit drei Jahren trainiert Jürgen Conrad, Polizeihundeführer und Ausbilder aus Deutschlang mit Mitgliedern der Bergrettungshundestaffel die Vermisstensuche anhand eines Individualgeruchs (Mantrailing).

Der Mantrailerhund verfolgt eine 20 Stunden alte Geruchsspur.

Geübt wurde auch im Ortsgelände von Obertauern.

Wichtig ist auch das unterschiedlichste Gelände für Übungstrails.

Besuch von unserem Kuraten, Pfarrer Bernhard Rohrmoser.

Beim Start wird dem Hund ein spezielles "Trailgeschirr" angelegt.

Der Pinzgauer Bereichsleiter machte sich selbst einen Eindruck vor Ort - im Gespräch mit Jürgen Conrad.

Auch heuer war Jürgen Conrad wieder während seines Urlaubes bei uns in Obertauern, um eine Woche lang intensiv mit der Mantrailing-Gruppe zu arbeiten.
Jürgen Conrad ist in den vergangenen Jahrzehnten Ausbilder beim Militär mit Schwerpunkt Fährtenarbeit gewesen; er war unter anderem als Polizeileistungsrichter-, und Prüfer tätig.

Unterstützung durch Profi
Conrad hat als Leiter einer Diensthundestaffel, als Rauschgiftspürhundeführer, als Fährten-, und Schutzhundeführer unzählige Einsätze und ebenso viele großartige Erfolge zu verbuchen. Im Zivilbereich baute er sowohl einen Hundeverein als Vorsitzender und Ausbilder auf, als auch eine Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes. Jürgen Conrad ist Gründungsmitglied der GBMA (German Bloodhound Mantrailing Association).
Er besitzt zum Thema Mantrailing umfangreiches praktisches und theoretisches Wissen, da er hierzu bereits seit den 70er Jahren mit unterschiedlichsten Hunden arbeitet.
In der ehemaligen DDR gab es hier sogar viele wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Geruchsdifferenzierung und Unterscheidung. Auch in Amerika wird bereits seit der Nachkriegszeit in allen professionellen Hundestaffeln mit Mantrailerhunden gearbeitet. In Deutschland ist etwa im Jahr 2000 ein wahrer "Mantrailerboom" ausgebrochen, Österreich blieb davon noch weitgehenst verschont.

Suche nach Individualgeruch
Diese spezielle und sehr aufwändige Sucharbeit nach Individualgeruch muss auch immer wieder von erfahrenen Trainern überprüft und verfolgt werden. 
Beim Mantrailing orientiert sich der Hund an niedergefallenen Hautschuppen eines Menschen. Bei deren bakterieller Zersetzung bilden sich Gase, die das Tier riechen, speichern und differenziert verfolgen kann. Bei idealen Voraussetzungen und guten Wetterbedingungen können Spuren von bestens (langjährig) ausgebildeten Hunden auch noch nach Tagen identifiziert und verfolgt werden.

Die Bergrettung Salzburg ist stolz darauf, dass Jürgen Conrad und die GMBA uns bei dieser schwierigen und trainingsintensiven Arbeit immer wieder unterstützen.

Internationaler Austausch

Wir können auch seit drei Jahren immer an den internationalen GMBA-Kursen in Havelberg, gemeinsam veranstaltet mit Polizeitrainern der amerikanischen LEBA teilnehmen. Die LEBA, die Law Enforcement Bloodhound Association, hat Mitglieder aus allen amerikanischen Staaten, aber nur aus dem Polizeibereich.

Im Gelände von Untertauern über Obertauern bis nach Mauterndorf wurden eine Woche lang unzählige „Übungstrails gelegt“ und die sogenannten Vermissten von den Hunden mit großer Freude verfolgt, gesucht und gefunden.

Dank an unterstützende Bergretter
Trotz teilweiser Kälte (Wintereinbruch in Obertauern), Schnee und Wind arbeitete das Mantrailing-Team intensiv an der Suche nach älteren und neueren Spuren. Für Jürgen Conrad war die gute Motivation zur Personenspürsuche unserer Hunde besonders wichtig.

Besuch von Hochwürden
Bei unseren Übungen in Mauterndorf schaute zu unserer großen Freude auch unser Kurat, Pfarrer Bernhard Rohrmoser auf einen Kurzbesuch vorbei.
Wir danken den vielen Bergrettern von Golling, Bad Hofgastein über Altenmarkt bis in den Pinzgau, die uns als Übungspersonen zur Suche zur Verfügung standen! Und natürlich danken wir auch unserem Gastgeber, Ausbilder und Lokalmatador Christian Binggl, für seine perfekte Verpflegung und Organisation vor Ort.

Bericht und Bilder: Maria Riedler

380 Geborgene Personen
(2021 aktuell)
433 Einsätze
(2021 aktuell)
1459 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2021 aktuell)