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Ausschnitte aus Fördererheft: Vorwort LL Estolf Müller

Regelmäßig möchten wir nun einige interessante Artikeln aus unserem neuen Fördererheft vorstellen und starten hier mit dem Vorwort unseres Landesleiters ...

Landesleiter Estolf MÜLLER

Neukirchen Bergung (Foto: Daniel Breuer)

Klettereinsatz (Foto: Sepp Schiefer)

Bergung Bad Hofgastein (Foto: Gerhard Imlauer)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bergfreunde aus Österreich und dem Ausland und Förder-Mitglieder!

1996, also vor 20 Jahren, feierten wir in Kaprun 100 Jahre Bergrettung in Österreich und 50 Jahre Österreichischer Bergrettungsdienst.

Vor nunmehr 70 Jahren wurde der Österreichische Bergrettungsdienst nach dem 2. Weltkrieg, 1946 in Salzburg wieder gegründet und die Statuten mit dem Vereinszweck festgeschrieben:

Zweck des Österreichischen Bergrettungsdienstes ist es, im unwegsamen insbesondere alpinen Gelände, Verunglückten, Vermissten oder sonst in Not Geratenen - ohne Ansehen der Person -, zu helfen, sie zu versorgen, zu bergen und zu retten.


In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Anspruch an die Bergrettung aber gewaltig verändert.

Nicht nur mehr die Wanderer, die Bergsteiger, die Alpinisten, die Skibergsteiger, die Skifahrer, die Touristen, die „Schwammerlsucher“ und die Bewohner der alpinen Region benötigen die Hilfe der Bergrettung, sondern neue Sportarten wie Canyoning, Paragleiten, Klettersteige, Mountainbiker, Downhillfahrer, Variantenfahrer, Eiskletterer oder Extrembergläufer sind unsere Herausforderungen.

Neue Lebenseinstellungen der Leistungsgesellschaft bringen neues Klientel in die Berge.

Wetter, Dunkelheit, Verhältnisse und Jahreszeit sind oft  dank guter Ausrüstung und guter Kondition für ambitionierte Sportler kein Hindernis, eine Tour oder einen Sport durchzuführen.

Zudem sind die Berge für viele Menschen nicht nur mehr Erholungsraum und Naturerleben, sondern einfach nur Sportgerät. Beinahe jedes Jahr kommen neue Alpinsportarten oder Sportgeräte auf den Markt. Neue extreme Ausdauer und Leistungswettkämpfe erfordern Einsatzbereitschaft der Bergrettung.


Die neuen sozialen Medien mit ihren unterschiedlichen Foren bieten ehrgeizigen, hochmotivierten und auch egozentrischen Amateurleistungssportlern eine Plattform, sich und ihre Leistung zu posten, gegenseitig hochzuschaukeln und sich medial auf die Schulter zu klopfen. Da zu 95 Prozent diese Unternehmungen gut ausgehen, halten sich diese Menschen für unfehlbar. 

Jeder hat in Österreich das Recht, jede Tour, jede Schwierigkeit, bei jedem Wetter und zu jeder Zeit durchzuführen - solange er nur sich und nicht andere gefährdet.

Im eventuellen Unglücksfall entscheidet alleine der zuständige Einsatzleiter der Bergrettung, wann, mit welchen Mitteln und unter welchen Verhältnissen die Bergung oder Rettung erfolgt.

Die Sicherheit der Einsatzkräfte hat - auch im Hinblick auf deren Familien -, oberste Priorität vor der Rettung beratungsresidenter Sportler, die sich überschätzen und die Verhältnisse unterschätzen.  

Ich wünsche allen Förderern, ihren Familien und Freunden erholsame und unfallfreie Stunden in unserer schönen Bergwelt und möchte mich für Ihre Unterstützung bedanken.


Ihr Landesleiter

473 Geborgene Personen
(2020 aktuell)
568 Einsätze
(2020 aktuell)
1431 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2020 aktuell)