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Ausbildungseinheit 08: Hilferuf Gennerhorn Ostflanke!

Bei herrlichem Wanderwetter übten übten Salzburgs BergretterInnen letzten Samstag in ihrem Einsatzgebiet "Genneralmen" die Bergung eines Verletzten aus unwegsamen Gelände. Ausbildungsleiter Stellvertreter Stephan Schmidt berichtet:

Im Rahmen der monatlichen Übungen im Gelände führte die Ortsstelle Salzburg am vergangenen Samstag eine Bergeübung im Einsatzgebiet Gennerhorn durch. Die anspruchsvolle Übungsannahme lautete: Bergsteiger melden beim Abstieg vom Gennerhorn über die Ostflanke Hilferufe, können diese aber nicht lokalisieren und verständigen die Einsatzkräfte.

12 BergretterInnen finden sich zur Einsatzbesprechung um 9:00h auf der Bergrettungshütte Genneralm ein. Sofort danach machte sich ein Vorausteam zur Suche auf den Weg und fand den Verletzten um 9:44h in äußerst unwegsamen Gelände. Nach der Erstversorgung der mutmaßlichen Beckenverletzungen und Absturzsicherung wurde die Einschätzung der Lage dem Einsatzleiter und dem Arzt per Funk mitgeteilt. Aufgrund der Position des Verletzen in einer steilen Rinne der Südflanke ca. 70hm unter dem Normalweg wurde die Entscheidung zur Abbergung nach unten mittels UT und Statikseil zum Sommerweg auf der Südflanke getroffen. Die Trupps mit 200m und 100m Statikseilen, Verankerungen, Bohrmaschine, Vakuummatratze und weiterem Material sowie unser Arzt Gerald Berger machten sich auf den Weg über die Ostflanke zum Verletzten. Dieser konnte um 10:36 ärztlich versorgt werden, der Verdacht auf Beckenverletzung wurde dabei bestätigt. In der Zwischenzeit stieg der Einsatzleiter über die steile felsdurchsetzte Rinne der Südseite auf, um sich ein Bild über die geplante Abseilroute zu verschaffen. Ab 11h wurde dann der Übungsablauf für eine medizinische Schulung zur Versorgung und Lagerung von Verletzten in schwierigem Gelände unterbrochen.

Nach dem Aufbau der Standplätze konnte um 13:00h mit dem gestaffelten Abseilen des Verletzten durch die Rinne begonnen werden. Um zum Sommerweg zu gelangen war eine Länge von ca. 500m zu überwinden, die längste Einzelstrecke betrug dabei ca. 270m. Um 14:30 konnte der Verletzte am Sommerweg gelagert werden; ab hier wäre ein Abtransport durch weitere Hilfsmannschaften möglich. Anschließende musste die gesamte Bergrettungsmannschaft über die Abseilroute nach unten zum Sommerweg abgeseilt werden.

Die Übung zeigte das hervorragende Niveau unserer BergretterInnen auf. Insbesondere die Bewältigung des äußerst schwierigen Geländes mit stark wechselnden Situationen erforderte Flexibilität und Sicherheit in der Anwendung der Rettungstechnik. Das Ziel der Übung, die Koordination eines Einsatzes mit geringer Personalstärke und unter besonderer Berücksichtigung der Aufgaben der Truppführer, wurde erreicht. Die Übungsannahme zeigte jedoch auf, wie lange eine Bergung mit Bodenmannschaften aus schwierigstem Gelände dauert.


Bericht & Bilder: Stephan Schmidt

620 Geborgene Personen
(2019 aktuell)
673 Einsätze
(2019 aktuell)
1418 aktive Einsatzkräfte
im Land Salzburg (2019 aktuell)